Berlin : Falsche Lagerung von Reinigungmitteln verursachte das Chemikalien-Unglück

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Die Ursache für das Chemikalien-Unglück auf der Grünen Woche am Mittwoch ist noch immer nicht vollständig geklärt. Eine 27-jährige Frau, die starke Verätzungen erlitten hatte, lag gestern noch im Krankenhaus, ein Mann war wieder entlassen worden. Bei dem Unfall im Küchenbereich des Standes von Sachsen-Anhalt waren sechs Menschen so stark verletzt worden, dass sie in Kliniken behandelt werden mussten. Die freigesetzte ätzende Flüssigkeit verunreinigte die Luft in der Halle derart, dass 17 Besucher Augen- und Schleimhautreizungen von den Hilfsdiensten versorgen ließen. Insgesamt waren 23 Personen betroffen.

In der zerborstenen Glasflasche war eine gewerbliche Desinfektionslösung aufbewahrt worden, für die spezielle Lagervorschriften gelten. Die konzentrierte Lösung aus Peroxyessigsäure, Wasserstoffperoxyd und Essigsäure durfte nur kühl in einer Plastikflasche mit Entgasungsverschluss aufbewahrt werden, teilte die Umweltpolizei gestern mit. Tatsächlich wurde das Desinfektionsmittel, das zur Reinigung von Softeismaschinen verwendet wird, in einer alten Kakaoflasche mit Schraubverschluss über einer Geschirrspülmaschine aufbewahrt.

Noch ist nicht geklärt, ob möglicherweise Kakaoreste in der Flasche den Gasungsprozess, der die Flasche schließlich zum Bersten brachte, beschleunigten. Der Standbetreiber, ein 57-jähriger Gastwirt aus der Lutherstadt Wittenberg, hatte die Flasche mit zur Grünen Woche gebracht. Nach Darstellung der Polizei habe er selbst nicht über die Gefährlichkeit der Chemikalie Bescheid gewusst.

Am Unglücks-Ort fand die Polizei weitere unsachgemäß abgefüllte Haushaltschemikalien. In einer handschriftlich als "Desinfektionsmittel" gekennzeichneten 500-Milliliter-Flasche war ursprünglich ein "Erdbeer-Drink". Und in einem Plastikgefäß, auf der ein handbeschrifteter Aufkleber vor einem "Fettlöser, giftig" warnte, waren ehemals Preiselbeeren.

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