Berlin : Falsche Stimmzettel und ein verdächtiger Koffer

Kleine Pannen bleiben nicht aus. Beobachtungen in Berliner Wahllokalen

Falsche Wahlzettel. Als der Wilmersdorfer Arne Broy gegen 8.15 Uhr im Wahllokal an der Lentzeallee wählen will, stellt er fest, dass er einen falschen Stimmzettel mit anderen Direktkandidaten erhalten hat. An vier Wahllokale des Bezirks waren teils falsch gepackte Wahlzettel gegangen. Der Irrtum ist schnell behoben. Bis zu diesem Zeitpunkt haben erst zehn Wähler gewählt; ihre Erststimmen sind damit allerdings ungültig. cs

Unter Beobachtung. In diesem Jahr sind auch Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) unterwegs: zwölf insgesamt in Deutschland, vier davon in Berlin. Der bulgarische Mathematikprofessor Nikolai Vulchanov und der amerikanische Jurist Donald Bisson besuchen ein Wahllokal an der Warschauer Straße. Als sie den Raum betreten, werden sie zunächst für potenzielle Wähler gehalten. Da geben sie sich doch lieber als internationale Wahlbeobachter zu erkennen. pth

Praktischer Unterricht. Ein Wahllokal wie eine Rennbahn: Beim Schild „Start“ erhalten die Wähler ihre Unterlagen, Ziel ist die „Urne“. „Wir sind das schnellste Berliner Wahllokal“, sagt Lehrer Matthias Felsch vom Lichtenberger Coppi-Gymnasium. Und die Schüler sind die Schiedsrichter. 14 von ihnen sind als Wahlhelfer aktiv und fünf ihrer Lehrer. Das ist praktische Politische Weltkunde. tig

Verdächtiger Koffer. Gegen 8.40 Uhr wird ein Wahllokal in der Kreuzberger Falckensteinstraße gesperrt, weil in der Nähe auf der Straße ein Koffer entdeckt wurde. Es stellt sich heraus, dass er leer und harmlos ist. Nach 20 Minuten kann das Wahllokal wieder öffnen. Ha

Wahl-Blockade. Die auf einen Rollator angewiesene Dorothea Ruf kann ihr Wahllokal im Eckener-Gymnasium wegen der Treppen nicht erreichen. Bei einem anderen Wahllokal schickt man sie weg. Beim Bezirkswahlamt von Tempelhof-Schöneberg erhält sie die Auskunft, sie hätte sich früher um Briefwahlunterlagen kümmern müssen. Ihr im Rollstuhl sitzender Mann hat mehr Glück. Ein Wahlbüromitarbeiter fährt mit ihm nach draußen in die Büsche, wo er unbeobachtet sein Kreuz machen kann. kög

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