Falsches Rathaus : Pfusch am Bau auf neuem Telefonbuch

Peinliche Panne auf dem Titelblatt des neuen Berliner Telefonbuchs: Statt des weltberühmten Roten Rathauses ziert im kommenden Jahr das Münchner Rathaus die Hauptstadt-Edition.

Sebastian Leber
Telefonbuch Berlin
"Ein sehr bedauerlicher Fehler": Das Münchener Rathaus ziert das Berliner Telefonbuch. -Foto: Promo

BerlinEin schönes Titelblatt sollte es werden: Ein junger Mann sitzt entspannt vor seinem Laptop und lächelt, wahrscheinlich überlegt er gerade, welchen seiner Freunde er als nächstes anrufen könnte. Und etwas unscharf im Hintergrund, sehr imposant, aber nicht aufdringlich: das Rathaus, das Wahrzeichen der Stadt. Seiner Stadt.

So sieht der Titel der neuen Berliner Telefonbücher aus, die jetzt in einer Auflage von 700 000 Stück in allen Postfilialen zur Abholung bereit liegen. Nur leider handelt es sich bei dem Gebäude im Hintergrund nicht um das Rote Rathaus, sondern das Neue. Und das steht am Marienplatz. In München!!

Von einem „sehr bedauerlichen Fehler“ spricht Frank Wenz vom TVG Verlag mit Sitz in Frankfurt am Main. Hier werden – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom Medien GmbH – die Telefonbücher von München, Hamburg und Berlin herausgegeben. Im Fall des neuen Bandes habe ein Mitarbeiter leider „zwei Bilddateien miteinander vertauscht“, lautet die schlichte Erklärung. Dem TVG Verlag sei der Patzer übrigens selbst aufgefallen, sagt Frank Wenz. Allerdings erst, als das Buch bereits in Druck gewesen sei. „Wir können uns nur bei allen Berlinern, die sich daran stören, entschuldigen.“ Ein Jahr lang wird das Münchner Rathaus nun das hiesige Telefonbuch zieren, dann gibt es die nächste turnusgemäße Neuauflage. Immerhin: Das falsche Titelbild befindet sich nur auf einem der zwei Berlin- Bände, nämlich auf dem für die Anfangsbuchstaben L bis Z. Auf Band eins ist der Hauptbahnhof abgedruckt – und es ist tatsächlich der Berliner.

Ein ähnlicher Verwechslungsfall ist TVG-Mann Frank Wenz nicht bekannt. Und der Sprecher des Berliner Büros hat eine nachvollziehbare, recht sympathische Erklärung für das Missgeschick: „Manchmal sieht man den berühmten Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir hatten uns so darauf konzentriert, dass im Buchinnern keine Fehler passieren.“ Immerhin sind „gegenüber der Vorjahresausgabe sind bis zu 30 Prozent der Inhalte aktualisiert worden“, heißt es. „Und es sind definitiv keine Nummern aus Bayern ins Innere gerutscht.“

Damit will es der TVG Verlag bewenden lassen. Pläne, den Münchnern nun als Ausgleich bei nächster Gelegenheit etwa den Potsdamer Platz aufs Titelblatt zu drucken, wollte der Verlagssprecher nicht bestätigen.

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