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Schulreform

Senat macht Hauptschulen dicht

Berlins 54 Hauptschulen und 62 Realschulen sind Auslaufmodelle. Ab 2010 soll es neben dem Gymnasium nur noch Integrierte Sekundarschulen geben.
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Berlins 54 Hauptschulen und 62 Realschulen sind Auslaufmodelle. Ab 2010/11 soll es nach der Grundschule neben dem Gymnasium nur noch eine weitere primäre Schulform geben, die in zwei Stufen eingeführt wird: die Integrierte Sekundarschule. Sie führt Schüler zu allen Abschlüssen inklusive Abitur, soll aber als Ganztagsschule mehr individuelle Förderung mit mehr Personal bieten. Wieweit Schüler in einzelnen Fächern nach Leistung getrennt unterrichtet werden, ist den Schulen überlassen. Das ist der Kern der Strukturreform von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD), der der Senat am Dienstag zugestimmt hat.

Bei den Betroffenen stößt die Reform überwiegend auf Zustimmung: „Ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Laura Fritsche, Vorsitzende des Landesschülerausschusses. Allerdings fände sie es sozial noch gerechter, wenn es langfristig nur noch eine Schulform für alle Schüler gäbe, sagt die Gymnasiastin. Damit meint sie die vor allem von der Linkspartei favorisierte Gemeinschaftsschule mit gemeinsamen Klassen vom ersten Schuljahr bis zum Abschluss, die im vergangenen Jahr als Pilotprojekt eingeführt wurde und parallel zu der gestern beschlossenen Reform weiterlaufen soll.

Der Landeselternausschuss begrüßt die jetzt beschlossene Zweigliedrigkeit des Schulsystems als „zukunftsträchtig“, wirft allerdings dem Senat vor, bei der Reform zu wenig für eine Verbesserung der Situation an den Grundschulen getan zu haben. „Wir freuen uns vor allem über das klare Bekenntnis zum Gymnasium und zur Selbstständigkeit der Schulen“, sagt Ralf Treptow vom Verband der Oberstudiendirektoren. Mit der Zweigliedrigkeit und dem Abschied von der Hauptschule werde Berlin zum „deutschlandweit beachteten Schulmodell“.

Für die Industrie- und Handelskammer ist vor allem das in den Sekundarschulen vorgesehene Angebot des „Dualen Lernens“ für Schüler mit früher berufspraktischer Perspektive ein Fortschritt, wie IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder sagt: „Wir versprechen uns davon eine spürbare Verbesserung der Berufsorientierung der Schulabgänger.“ 

Kritik kam am Dienstag lediglich von CDU und FDP: CDU-Chef Frank Henkel sieht durch die Reform die Gymnasien geschwächt, auch kritisiert er die von ihm als „Schülerlotterie“ bezeichnete Regelung des Zugangs zu besonders gefragten Gymnasien und Sekundarschulen: Die Reform sieht vor, dass in Einzelfällen, wenn es mehr Bewerber als Plätze gibt, die Schulleitung 70 Prozent der Plätze nach eigenen Kriterien wie Leistung oder Schulprofil vergeben kann und bis zu 30 Prozent der Plätze verlost werden.

Der Gesetzentwurf muss nun vom Parlament abgestimmt werden. Dort hat neben der Opposition auch die Linke noch Diskussionsbedarf, sagt deren bildungspolitischer Sprecher Steffen Zillich. Seine Fraktion will das Gesetz nachbessern und fordert die stärkere Verankerung des Pilotprojekts Gemeinschaftsschule, wegen derer die bereits für vergangene Woche vorgesehene Verabschiedung der Reform auf diese Woche verschoben wurde. „Nichts kommt aus dem Parlament so raus, wie es reingeht“, sagt Zillich.



(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.07.2009)
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Kommentare [ 97 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von tazfatz tazfatz ist gerade offline | 14.7.2009 18:45 Uhr
Täuschung?
Wenn soll das neue System denn täuschen, wenn die Absolventen dann immer noch nicht ihren eigenen Namen fehlerfei schreiben können?
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von invinoveritas invinoveritas ist gerade offline | 14.7.2009 19:12 Uhr
Das interessiert doch
keine S.. . Hauptsache, man hat seinen politischen Willen durchgedrückt. Ob die Schüler dabei was lernen, wen interessiert es wirklich? Und man hat das Stigma Hauptschule weg. Das sich dieses Stigma dann verlagern wird, ebenso unwichtig. Man steht heute wie Bolle da und klopft sich auf die Schultern: Was haben wir geleistet. Damit wird das Bildungsniveau nur relativiert. Und ob Hauptschüler in dem neu geschaffenen Schulsystem zurecht kommen, darf bezweifelt werden. Aber diese Last wird freundlicherweise auf die bestehenden Schulen abgewälzt.
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von snukowski snukowski ist gerade offline | 14.7.2009 19:05 Uhr
Falscher Ansatz
Ich halte ein zweigliedriges Schulsystem für hochgradig ungerecht und diskriminierend ! Einzig richtig ist das Gymnasium für alle und das verfassungsrechtlich garantierte Abitur bei gleichzeitiger Abschaffung von Benotung, Leistungskontrollen und Prüfungen.
Diese verdammte Spießbürgerlichkeit von wegen Lernen und Leistung gehört endgültig auf den Müllhaufen der (Bildungs-) geschichte! Besser, die Kinder fassen sich an den Händchen und lernen ihren Namen tanzen.
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von Ippig Ippig ist gerade offline | 14.7.2009 19:56 Uhr
olle Kamellen
So langsam kann ich diese Kommentare nicht mehr hören:
- Es gibt nicht einen Beweis, dass Schüler mit Noten bessere Leistungen erbringen als ohne!
- In Finnland (klarer Pisa-Gewinner) werden erst ab Klasse 8 Noten gegeben.
- Eine deutsche Schulen war in ihren Einzelergebnissen besser als Finnland: Die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden. Es ist eine Gesamtschule ohne Noten und ohne äußere Differenzierung!!
- Was ist eigentlich Leistung? Ist es nicht auch eine Leistung, wenn jemand in einem ersten Diktat 30 Fehler macht, im dann folgenden nur noch 15? In Noten ist beides eine 6 - drückt diese Note tatsächlich die erbrachte Leistung aus?!!
- Vom Wiegen wir die Sau nicht fett! Aus Prüfungen lernt man nichts, man lernt etwas in einem Unterricht, dessen Methodik lerntheortisch fundiert ist. Ist er das an den Gymnasien?!
- Ist Schule vor allem ein Ort des Beurteilens oder ein Ort des Lernens?!

Ippig
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von unbekannt | 14.7.2009 21:10 Uhr
Genau so!
Stimme ganz und gar zu!
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von B_H B_H ist gerade offline | 14.7.2009 21:58 Uhr
@ippig
Überall in Deutschland sind Schulen Orte des Lernens – was sonst? Es könnte besser sein, zweifellos.

Die Finnen benoten nicht? Na und, wir haben gute Erfahrungen mit Ziffernzensuren. Sollen doch die Finnen machen, wie wir es machen!

Man muss nicht die Schulen abschaffen, die gut sind, sondern die verbessern, die schlecht sind, also unser Gesamtschulsystem weiter anpassen und verbessern, das tun, was getan wird. Anderes ist Mittelverschwendung für billigen Revolutionspathos.
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 22:24 Uhr
Ort des Lernens
Schulen in Deutschland sind eher ein Ort des Beurteilens als des Lernens - so meint ippig. Hat er überspitzt formuliert, trifft es aber: Was ist wesentlich?
Comment
von Ippig Ippig ist gerade offline | 14.7.2009 22:44 Uhr
olle Kamellen
"wir haben gute Erfahrungen mit Ziffernzensuren" - welche denn?
"Sollen doch die Finnen machen, wie wir es machen!" - Warum in aller Welt sollen die das denn tun?! Die sind doch extrem erfolgreich!(Merkwürdiges Argument!)
" Man muss nicht die Schulen abschaffen, die gut sind, sondern die verbessern, die schlecht sind, also unser Gesamtschulsystem weiter anpassen und verbessern" Ach so? Heißt das, dass Gymnasien erfolgreich sind?! Wodurch denn? Dadruch dass nicht einmal die Hälfte aller Schüler ihren Jahrgang verlassen, weil sie sitzenbleiben oder gleich ganz gehen müssen? Und das mit dem "Jammer-Argument", der Schüler sei eben nicht gymnasialreif! Sind die Unterrichtsmethoden und die Schulkultur eigentlich gymnasialreif?
- "billiger Revolutionspathos" - wenn 90 Pronzet aller Didaktiker und Bildungswissenschaflter, dazu die Handwerkskammern, die Abschaffung des dreigliedrigen Bildungssystems befürworten, hat das doch mit linkem Revolutionspathos oder linker Ideologie nichts zu tun! Ist nicht das Festhalten an preußischen Bildungstraditionen in einer völlig veränderten Welt viel mehr Ideologie?
- Ist nicht der Wunsch, das Kind aufs Gymasium zu schicken ein vor allem elitärer Gedanke? (Spiel nicht mit den Schmuddelkindern). (Nicht falsch verstehen: Elite ist für mich kein Tabu! Elitäres Denklen dagegen schon!)

Comment
von B_H B_H ist gerade offline | 15.7.2009 10:49 Uhr
@ippig Mit W. v. Humboldts Plädoyer
für die Einführung eines Gesamtschulsystems beginnt die deutsche Bildungstradition.

Diese liberalsozialdemokratische Tradition setzen wir fort, gegen Widerstände und Fehler aller Art, durchaus unter Berücksichtigung von Erfahrungen anderer Länder, soweit sie in unser System passen, z. B. Deweys demokratische Umsetzung von Humboldts ursprünglichen Intentionen in den USA.

Was ist Finnland anderes als die erfolgreiche, landestypische Fortsetzung der Linie Humboldt-Dewey? Was ist Deutschland anderes als die ebenfalls erfolgreiche Fortsetzung dieser Linie? Was ist die DDR anderes als das Scheitern an der Fortsetzung dieser Linie?

Es ergibt keinen Sinn, sich die Schulsysteme anderer Länder zum Vorbild zu nehmen, mag dort auch das eine oder andere anregende Detail enthalten sein. Als Systeme sind sie nicht übertragbar, weil Systeme sich nur selbst verbessern können.

Kein Bildungsexperte ist für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems – das gibt es schon lange nicht mehr. Grob gesprochen sind wir sechsgliedrig: Hauptschule, Realschule, Gemeinschaftsschule, Gesamtschule, Berufsschule, Sonderschule; fein gesprochen unendlich differenziert: Mittelschulen, Grundschulen mit 4 und mit 6 Stufen, Gymnasien ab 5. und 7. Klasse etc.

Die Durchlässigkeit nach oben könnte besser sein, in Bayern wie in Berlin!

Wir brauchen keine Einheitsschule, weil es so etwas nicht geben kann. Was soll denn die Schule für alle sein?

Überlegt man es sich recht, müsste wohl zunächst das Berliner Olympiastadion umgebaut und überdacht werden. Hier passten dann alle Schüler Berlins rein und könnten gemeinsam unterrichtet werden, so wie in den großartigen amerikanischen Gottesdiensten.

Wo sollte die Schule für alle sein, wenn Berlin und Brandenburg zu einem Bundesland werden?

Wir haben ein gutes Gesamtschulsystem, und es sollte noch besser werden. Die Defizite sind bekannt. Von Revolutionären werden sie nicht gelöst.
Comment
von unbekannt | 15.7.2009 23:21 Uhr
Preisträgerschulen Deutscher Bildungspreis
Wer diese Schulen erlebt hat, weiß, woran es deutschen Schulen im Allgemeinen mangelt. Ich will es nicht vorwegnehmen - bitte selber erleben!
Comment
von jb jb ist gerade offline | 14.7.2009 22:25 Uhr
Es gibt nicht einen Beweis, dass Schüler mit Noten...
Mag sein, aber dasselbe gilt auch umgekehrt! Ein Argument für die Abschaffung von Noten ist es also nicht...
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von Ippig Ippig ist gerade offline | 14.7.2009 22:56 Uhr
olle Kamellen
Stimmt absolut! Aber: Es ist ein Hinweis darauf, dass wir über den Stellenwert und die Form von Beurteilung nachdenken sollten. Ich bin nicht gegen Beurteilung. Im Gegenteil! Aber sie sollte nicht Schule allein ausmachen! Oft werden Projekte oder sogar Gruppenarbeit mit dem Argument verhindet, dass man das ja nicht bewerten könne. Traurig!
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von guderian guderian ist gerade offline | 14.7.2009 19:07 Uhr
Na endlich!
Wird eine der dümmsten Erfindungen der BRD begraben. Das Dreigliedrige Schulsystem gibt es sonst nirgends auf der Welt und es hat auch nie besonders gut funktioniert.

Weg damit, so schnell es geht!
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von macthepirat macthepirat ist gerade offline | 14.7.2009 20:45 Uhr
Das ist
wie üblich Ansichtssache. - Und was interessiert hier der Rest der Welt? Springen Sie, verehrter Panzergeneral, von der Klippe wenn der Rest der Welt das tut? Also ich sicherlich nicht. Ich laß die Deppen springen und freue mich über ein bißchen mehr Freiraum.
Das derzeitige Schulsystem hat nur zwei eklatante Mängel, aus meiner Sicht als Laie: Zu wenig Lehrer, zu wenig Lehrmaterial.
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 21:50 Uhr
Ja - zu viele Schüler pro Klasse und...
deshalb zu wenig Lehrer und zu viel Auslese und zu wenig Förderung aller Schüler und zu viel Prüferitis und zu wenig individualisierenden Unterricht.
Der Kern des Problems: In Deutschland steht im Mittelpunkt der Bildung der erfolgreiche Gymnasiast - alle anderen Schüler werden billig abgespeist. Noten spielen schon sehr früh eine übermäßige Rolle - Versagen und Erfolg. In Finnland gibt es Noten erst ab der 8. Klasse - bis dahin wird gefördert! In Deutschland hat bis dahin schon die Auslese zugeschlagen - Versager stehen spätestens in der 3. Klasse schon fest und haben kaum eine Chance, in den übervollen Klassen noch gefördert zu werden - die Eltern der zukünftigen Gymnasialschüler sitzen den Lehrern im Nacken! Darwinismus pur!
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 22:01 Uhr
Doch - es funktionierte so lange ...
wie es Arbeitsplätze für wenig qualifizierte Menschen gab - in alten Zeiten gab es noch "Geistigbehinderte", die die Werkstatt auskehrten und "Hilfsarbeiter", die den Handwerkern zur Hand gingen. Auch heute gibt es noch schlichte Tätigkeiten, z.B. am Computer (z.B. Dateneingabe). Solche Tätigkeiten verlangen aber Lesefähigkeit, Aufmerksamkeit, Zuverlässigkeit, ...
Ansonsten stimme ich Ihnen zu: Das dreigliedrige Schulsystem gehört abgeschafft - aber gleichzeitig muss mehr investiert werden in ein effizientes Schulsystem - ohne Mehraufwand, nur mit Etikettenschwindel, gelingt der Wechsel nicht! Besser fördern wird teurer als bisher! Das wollen Finanz- und Bildungspolitiker einfach nicht begreifen. Die Klassenfrequenzen müssen radikal runter! Kostenneutral geht da gar nichts!
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von B_H B_H ist gerade offline | 14.7.2009 19:23 Uhr
Bayern ebenfalls ohne Hauptschulen
Vgl.

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Hauptschule;art304,2837531

Deutschland weiter auf seinem Weg im Gesamtschulsystem – nur Die Linken stehen mit der Bundesrepublik Deutschland nach wie vor auf Kriegsfuß und kapieren überhaupt nichts, weil sie nur die DDR kennen.
Comment
von Karlixyz Karlixyz ist gerade offline | 14.7.2009 19:46 Uhr
@ Bayern ebenfalls ohne Hauptschulen
Na da frag ich mich doch nach ihrem Beitrag wieso DDR-Schüler einen höheren Bildungsstandard hatten als vergleichsweise die Schüler in der BRD??? Warum haben die Finnen das Schulsystem der DDR zu grossen Teilen übernommen??? Und ja die armen Kinder, sind ja so überlastet. Man erinnere sich, im Osten wurde auch am Samstag in die Schule gegangen. Vielleicht schaffte man es deshalb in der 10. Klasse den Bildungsstandard eines 12. Klässlers in der BRD zu erreichen...
Comment
von invinoveritas invinoveritas ist gerade offline | 14.7.2009 19:58 Uhr
Putzig
diese Erfahrung durfte ich an einer Gesamtschule in Berlin auch machen! Wo der Westschüler war, hat der Ostschüler schon längst hingemacht. Ebenso die Aussiedler aus Polen, die wir damals hatten.
Comment
von B_H B_H ist gerade offline | 14.7.2009 20:01 Uhr
@karlixyz
Die Finnen haben ihr Land mit Mauer, Stacheldraht und Todesstreifen umzäunt, weil sie die DDR so toll fanden oder weil sie den Einmarsch des sowjetischen Brudervolkes fürchteten? Sie Scherzkeks, Sie!

Sie erzählen uns ja tolle Geschichten. Schön, dass Sie sich dafür einen ganz neuen Zugang zur Tagesspiegel-Community besorgt haben.

Auch sprechen die Finnen ganz toll englisch, anders als die DDR, die auf russische Sprache schwörte.

An wen orientieren sich die Finnen, an der USA oder der UdSSR – Sie meinen an der DDR? Sie sind so witzig!

Im Übrigen sind die finnischen Erfahrungen nicht auf die Bundesrepublik Deutschland übertragbar, so wenig wie die der USA oder Japans. Wer anderes behauptet, ist ein dreister Ideologe.

Eindeutiges Ergebnis aller vergleichenden Studien. Jedes Land muss eben das Schulsystem aufbauen, das zu ihm passt – die DDR hat das nicht kapiert, weg war sie!
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 21:13 Uhr
B-H - witzig!
Ja tatsächlich - wenn Sie's nicht wissen, machen Sie sich nicht lustig - höchstens über Ihr Unwissen: Die Finnen haben's aus der DDR!
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 21:37 Uhr
... nicht auf Deutschland übertragbar?
Natürlich nicht - weil es viel zu teuer würde. Die Finnen leisten sich eben Klassen mit höchstens 20 Schülern - wenn mehr, dann gibt es eine Assistenzkraft. Außerdem gibt es Sozialarbeiter, Krankenschwestern und Psychologen an den Schulen. Also: Wir in Deutschland wollen nicht so gute Schulen wie in Finnland, deshalb heißt es einfach: ... nicht übertragbar! Lassen wir uns weiter verdummen.
Comment
von B_H B_H ist gerade offline | 14.7.2009 21:51 Uhr
@rotehand
Was haben die Finnen von der DDR gelernt – wie man die Menschen zu Untertanen und Freuden des antidemokratischen Schutzwalls erzieht?

Machen wir uns die DDR zum Vorbild und wir können auch bald Finnland beitreten.

Wenn die Finnen ein Vorbild haben, dann ist es Deweys Pädagogik der Demokratie, schließlich können die Finnen englisch und sind keine Freunde der UdSSR gewesen.
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 22:11 Uhr
von der DDR gelernt
Die Finnen haben sich bei Ihrer Schulreform in den 70er Jahren das DDR-Schulsystem angeschaut und sich daran orientiert. Das ist schlicht eine Tatsache, auch wenn es Ihnen nicht passt. Im übrigen: Was ist daran so schlimm?
Comment
von jb jb ist gerade offline | 14.7.2009 22:37 Uhr
Schlicht eine Tatsache...
...ist auf jeden Fall auch, dass sowohl das heutige Finnland als auch damals die DDR nur einen verschwindend geringen Anteil Ausländerkinder in den Schulklassen hat(te). Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum die Finnen bei PISA so gut abgeschnitten haben: Die Homogeneität der Schulklassen.
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 22:55 Uhr
Ausländeranteil/Homogenität
@ jb
Die Finnen haben einen geringeren Ausländeranteil - deshalb sind die Klassen aber nicht homogener! In Finnland kümmert man sich um jeden einzelnen Schüler mit seinen Lernschwierigkeiten über Jahre. Das Prinzip heißt:Fördern! In Deutschland heißt das Prinzip Auslesen!Darum geht es. Mich wundert, mit welcher Vehemenz in Deutschland das Ausleseprinzip verteidigt wird. Alle Eltern müssten doch für bessere Förderung kämpfen: Jedes Kind zu seinenHöchstleistungen bringen. Ist das eigentlich verwerflich? Widerspricht das dem Bildungsanspruch für alle?
Comment
von jb jb ist gerade offline | 15.7.2009 15:09 Uhr
Nein
Aber es geht besser in einer dreigliedrigen Schule! Die bringt nämlich mehr Homogeneität in den jeweiligen einzelnen Schulen, also ein dichteres, nicht so weit auseinandergzogenes Leistungsfeld. Und da kann man die von Ihnen angemahnte intensivere Förderung viel besser verwirklichen als wenn alle, die ganz schlauen und die ganz lahmen, auf Dauer in derselben Klasse sitzen, wo sich dann die Schellen anöden, weil die Lahmen es noch immer nicht kapiert haben. Waren Sie nie in der Grundschule? Wenn Sie es waren, was ich doch annehmen möchte, dann müsste Ihnen doch genau diese Beobachtung bestens in Erinnerung sein, oder nicht?
Comment
von unbekannt | 16.7.2009 0:19 Uhr
Wieso?
Warum ist Lernen in einer homogenen Gruppe erfolgreicher als in einer heterogenen? Warum kann man in einer heterogenen Gruppe besser fördern? Sie behaupten Grundsätze, die keineswegs wahr sind. Ich war übrigens in einer Grundschule - in der Nachkriegszeit.Da saßen wir in einer kombinierten 3./4. Klasse zusammen und damals schon hat es der Lehrer verstanden, differenziert zu unterrichten unter sehr schwierigen Bedingungen. Unterrichten scheint etwas zu sein, was viele Menschen glauben zu kennen - dabei ist es ein Studienfach - was weiß denn ein Normalbürger darüber?
Comment
von jb jb ist gerade offline | 15.7.2009 15:13 Uhr
doch!
Unter anderem AUCH DESHALB ist das Leistungsbild der finnischen Klassen homogener und besser. Das ist erwiesen. Haben Sie sich mit PISA beschäftigt, oder schreiben Sie bloss darüber?

Und wissen Sie auch, warum in Finnland der Ausländeranteil so niedrig ist? Weil die finnische Sprache höllisch schwierig zu erlernen ist und weil das ein eiseklates, dunkles Land ist - das liegt nicht jedem.
Comment
von Karlixyz Karlixyz ist gerade offline | 15.7.2009 0:30 Uhr
@BH
naja ich sags ja, da zeigt sich doch der Unterschied im Wissensstand. Bevor sie hier solche Parolen raushauen sollten sie sich einmal informieren. Und was hat technische und praxisorientierte Bildung mit Stacheldraht und Mauer zu tun. Staatsbürgerkunde hat doch sowieso keiner für voll genommen. Schreiben sie nicht über Sachen die sie nie erlebt haben und über die sie überhaupt nichts wissen.
Comment
von psylon psylon ist gerade offline | 14.7.2009 20:51 Uhr
Unsere hochintelligenten...
Linken überzeugen tagtäglich in der Alltagspolitik, so dass ich tief überzeugt bin, dass das Schulsystem in der DDR das beste in der Welt war. Bitte verschont uns vor Sozialismus und Gleichmacherei. Schafft bitte den Postkommunismus ab.
Comment
von jb jb ist gerade offline | 14.7.2009 22:34 Uhr
Sonnabend
Ich bitte Sie - jeden zweiten Sonnabend sind wir zur Schule gegangen. Und das wurde meines Wissens in Berlin (West) in etwa zur selben Zeit abgeschafft wie auch in der DDR...
Comment
von unbekannt | 15.7.2009 8:12 Uhr
@karlixyz
warum haben damals ddr schüler mehr leistung erbracht? weil leistung schlicht und ergreifend a u c h etwas, oder sogar sehr viel, mit disziplin zu tun hat. die ist ja bei uns in einigen schulformen dünn vorhanden.ich mache in jedem fall drei kreuze, denn das thema schule ist nun für uns erledigt. ich habe durch meiene kinder seit 1985 mit berliner schule zu tun und habe soetwas wie ein trauma.
Comment
von moni moni ist gerade offline | 14.7.2009 23:10 Uhr
Bayern ebenfalls ohne Hauptschulen
Bravo, gut Gesprochen kann ich dazu nur sagen.
Comment
von rox rox ist gerade offline | 14.7.2009 19:25 Uhr
Sind wir gut?
Dieser Artikel wurde zu folgender Zeit veröffentlicht: 15.7.2009 0:00 Uhr

Und wir schaffen es, ihn schon Stunden vorher zu kommentieren.
Comment
von moni moni ist gerade offline | 14.7.2009 19:26 Uhr
Arme Kinder
Lernen diese armen Kinder denn nicht schon genug?
Kinder in der heutigen zeit haben doch keine zeit mehr zum Spielen.
Lernen,Lernen,Lernen und nie kriegen die großen genug davon, mich wundert es nicht das die Selbstmord rate bei Kindern und Jugendlichen ansteigt.
Es ist ja nicht nur die Schule auch viele Eltern verlangen zuviel von ihren Kindern und Prügel gibt es für viele Kinder als Dankeschön Richtig?
Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 14.7.2009 20:04 Uhr
merkwürdig
finde ich an dieser Diskussion schon so einige Kommentare. Es gibt ja nun wohl genug Verteidiger der Änderung, wie z.B. IHK und der Landeselternausschuss. Scheint also doch wohl eine gute Lösung zu sein.
Comment
von jb jb ist gerade offline | 14.7.2009 22:30 Uhr
Grossartige Logik
Mal wieder intellektuell tiefschürfend, "uns Uwe"! Ich halte, damit Sie folgen können, auf demselben Niveau dagegen: Da die überwältigende Mehrheit aller Bundesländer diese Zusammenlegung nicht praktiziert, muss es wohl eine ganz schlechte Lösung sein...
Comment
von berlinradler berlinradler ist gerade offline | 14.7.2009 20:10 Uhr
Persönliche Perspektive
Die Fachargumente für das neue Schulsystem habe ich nicht verfolgt.

Persönlich muss ich aber sagen, dass ich es gruselig gefunden hätte, mit den Mitschülern aus der Grundschule weiterhin die Schule besuchen zu müssen. Ich kann ja verstehen, dass die "schlechten" Schulen ein Problem für ihre Schüler darstellen. Aber die "schlechten" Schüler stellen nicht selten auch ein Problem für die "guten" Mitschüler dar, schon wegen eines - im besten Falle - oft anstrengenden Sozialverhaltens.
Comment
von unbekannt | 14.7.2009 21:28 Uhr
"guter"- "schlechter" Schüler
Was ist ein "guter"/"schlechter" Schüler? Ist das so wie ein "schlechter"/"guter" Mensch? Typisch deutsche Formulierung zur Klassifizierung bzw. Beurteilung von Schülern! Ist ein Schüler "schlecht"(!), weil er unschuldig Lernprobleme hat? Hat nicht jeder Schüler schlicht das Recht, das zu lernen, was er kann und braucht? Genau in diesen Bezeichnungen zeigt sich Deutschlands Problem mit der Bildung: Wir kümmern uns zu wenig um diejenigen Schüler, die in unserem Auslesesystem versagen. Das hat nichts mit "schlecht"/"gut" zu tun, sondern mit einem schlechten/guten Angebot!

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