Berlin : Familienfehde: Acht Männer vor Gericht

Die Familienfehde begann mit einem Streit zwischen zwei Frauen und eskalierte: Acht Mitglieder und Unterstützer eines arabischstämmigen Clans stehen nach zwei gewalttätigen Vorfällen in Staaken vor Gericht. Als „aggressiver Mob“ sollen sie im Frühjahr mit bis zu 20 Helfern die gegnerische Familie attackiert haben. Vor Gericht zeigten sich die 20- bis 52-Jährigen ruhig und schwiegen. Der mit 16 Jahren jüngste Beschuldigte ließ sich erst gar nicht blicken. Er halte sich „mit Wissen und Wollen der Familie“ im Libanon auf, teilte sein Anwalt mit.

Seit Jahren herrsche Feindschaft zwischen den Familien O. und H., hieß es am Rande des Prozesses. Eine „Frauengeschichte“ stecke dahinter – aber vielleicht ist das nur ein Gerücht. Zwei Brüder O. sollen zwei Rivalen, Vater und Sohn, vor deren Haus attackiert haben. Als die Schlägerei bereits lief, sei für die Brüder eine etwa zehnköpfige Helfergruppe eingetroffen. Der 23-jährige Zahe O. soll dem Vater der anderen Sippe ins Gesicht getreten haben, dass der Kiefer brach. Der Mann und musste wiederbelebt werden.

In Übermacht war Familie O. den Ermittlungen zufolge auch zwei Wochen später. Sechs der Angeklagten sowie bis zu 20 weitere Personen aus dem Umfeld des Clans randalierten demnach vor dem Haus der Rivalen. Scheiben gingen zu Bruch, Messer waren im Spiel, Baseballschläger, Gürtel. Die Männer sollen versucht haben, das Haus zu stürmen. „Greift sie an“, habe Vater O. befohlen. Auf der anderen Seite standen auch völlig unbeteiligte Mieter. Sie konnten die Tür bis zum Eintreffen der Polizei blockieren. K.G.

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