Berlin : Fangen gleich an!

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Von Bernd Matthies

Da ist sie, die Entscheidung. Das Schloss... Ja, was denn nun eigentlich? Es kriegt eine neue Arbeitsgruppe, die die Empfehlung der Expertenkommission prüfen soll, Museen und wissenschaftliche Sammlungen in dem neuen Gebäude unterzubringen, bis dann in etwa einem Jahr ein Architektur- und Realisierungswettbewerb in Gang gesetzt werden kann. Parallel geht die Suche nach einem Investor weiter, und wenn der Wettbewerb abgeschlossen ist, wird es Zeit für die Einberufung einer Wettbewerbs-Ergebnis-Überarbeitungskommission. Und dann fangen wir gleiiiiich an. . .

Der Bundestag beschließt, aber er hat damit keinesfalls die Diskussion beendet. Denn auch weiterhin werden die Nostalgiker der PDS mit leuchtenden Augen von ihrem schönen Palast träumen, die Modernisten werden darauf drängen, dass alles so modern wird wie möglich, und die Traditionalisten darauf, dass alles garantiert so aussieht wie 1910. Das dauert. Und noch länger dauert es, bis weitere pikante Fragen beantwortet sind: Sollte man das Portal IV vom alten Staatsratsgebäude abmontieren und vor den neuen Beton hängen, oder nur eine Kopie?

Die Debatte, seit über einem Jahrzehnt mit Inbrunst betrieben, ist trotz der Bundestagsentscheidung längst zu einem Symbol der Berliner Krankheit geworden. Die Leute in der Hauptstadt kriegen die großen Sachen nicht hin, heißt es, sie verstolpern das Schloss genau wie den Flughafen. Deshalb wäre es angemessen, unter allen Alternativen exakt jene auszuwählen, die mit den wenigsten Kommissionen und Experten und Wettbewerben realisiert werden kann. Damit wir anfangen können.

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