Fanmeile : Straße der Fußball-Märchen

Was Berlin betrifft, kann das Sommermärchen 2010 beginnen. Die Fanmeile ist vom Olympischen Platz an den 17. Juni umgezogen. Das Spiel Deutschland gegen Ghana am Mittwochabend wird die erste Bewährungsprobe sein. Geöffnet ist ab Mittwoch, immer von 12 Uhr bis Abpfiff.

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Ab jetzt kann wieder auf der Fanmeile gefeiert werden.
Ab jetzt kann wieder auf der Fanmeile gefeiert werden.Foto: AFP

Die Veranstalter rechnen mit maximal 500 000 Besuchern. Senatssprecher Richard Meng baute schon mal erheblichen Druck auf: „Der Senat erwartet, dass wir eine Runde weiterkommen.“

Insgesamt 350 Quadratmeter Videowände sind installiert. Zum Aufwärmen spielen am späten Nachmittag der US-Rapper Jason Derulo (Whatcha Say) und Velile & Safri Duo (Helele) auf der Hauptbühne am Großen Stern. Erwartet wird auch K’Naan mit dem WM-Song Wavin’ Flag. Die Fanmeile ist 400 Meter kürzer als ihr großer Vorgänger aus dem Jahr 2006. Das liegt an Bauarbeiten am Brandenburger Tor, aber vor allem am Senat, der den Autofahrern keine Vollsperrung am Tor zumuten wollte.

Das Fanzentrum mit VIP-Tribünen und 70 Quadratmeter großer Videowand ist diesmal am Großen Stern, das Riesenrad steht am östlichen Rand in Höhe Yitzhak-Rabin-Straße. Die Fans werden an 260 Ständen mit allem Nötigen versorgt, dürfen ihre Halbzeitverpflegung aber auch selber mitbringen. Erlaubt sind Plastikflaschen mit bis zu einem Liter Inhalt.

Die Verbotsliste ist diesmal länger ausgefallen als vor vier Jahren: Ganz oben stehen Vuvuzelas und andere Trötinstrumente. Glasflaschen und Dosen sind ebenso tabu wie Feuerwerkskörper, übergroße Fahnen, Laserpointer, Fahrräder und Klappstühle. An den Eingängen werden Taschen kontrolliert. Die Meile ist täglich von 12 Uhr mittags bis zum Abpfiff des letzten Spiels geöffnet. Es gibt eine Bühnenshow und Spielaktionen der Sponsoren. An den sechs spielfreien Tagen versuchen die Veranstalter, die Fans auch ohne Liveübertragungen bei Laune zu halten.

Für Zuschauer, die sich von der Masse abheben möchten, gibt es VIP-Karten für 50 bis 250 Euro. Enthalten ist der Zutritt zur VIP-Tribüne vor der Hauptbühne inklusive Catering. Das Endspiel am 11. Juli kostet im Exklusivpaket 500 Euro. VIP-Plätze gibt es auch auf einem14 Meter hohen Turm im Dosen-Outfit. Ein anderer Sponsor bietet an seinem Stand Fußballgucken in 3-D an. (Infos: www.berlinfifafanfest.com)

Veranstalter und Sponsoren bringen für die WM-Meile „eine siebenstellige Summe auf“, sagte Rainer Wohlthat, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Fanmeile. Ob sich der Einsatz lohnt, hängt vor allem vom Spielerfolg der deutschen Elf ab. Mit dem Public Viewing der ersten Vorrundenspiele am Olympiastadion sei man nicht zufrieden, erklärte Wohltat. Der Ort sei einfach zu abgelegen. Das ist nun Geschichte. Sommermärchen gibt es eben nur auf dem 17. Juni. Thomas Loy

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