Fantasy-Literatur : Der Dschinn ist nicht zu bannen

Buchvorstellung: Der britische Fantasy-Autor Jonathan Stroud und der vierte Band seiner "Bartimäus"-Serie.

Laura Blecken
Der Vorleser. Der englische Schriftsteller Jonathan Stroud liest aus "Bartimäus - Der Ring des Salomo".
Der Vorleser. Der englische Schriftsteller Jonathan Stroud liest aus "Bartimäus - Der Ring des Salomo".Foto: dpa

Er ist nur ein mittelklassiger, arroganter Dschinn, aber trotzdem gilt "Barti" als Star in der Fantasy-Szene. Seit 2004 hat der britische Autor Jonathan Stroud unzählige Kinder und Erwachsene mit seinen Geschichten um den überheblichen Dschinn Bartimäus und seinen Beschwörer, einen etwas steifen Magierschüler, in den Bann gezogen. Seine Romane sind Bestseller.

Drei Bücher fasst die Fantasy-Saga bislang, der von Fans heiß ersehnte vierte Band soll am 9.Oktober in Deutschland erscheinen. Einen Vorgeschmack darauf gab es für eine fünfte Klasse der Kronach-Grundschule aus Steglitz schon am Donnerstag. Die Jungen und Mädchen durften zuhören, wie Stroud bei einer Buchvorstellung drei Abschnitte aus dem vierten Bartimäus-Band "Der Ring des Salomo" vorlas. Danach konnten die Kinder Fragen stellen und sich Autogramme abholen.

Die Bartimäus-Saga habe er ursprünglich als Trilogie geplant, gab Stroud zu. Mit dem Ende des dritten Bandes ließ er seinen Protagonisten, den Magierschüler, sterben, die Trilogie war abgeschlossen. Die Figur des murrigen Dschinns Bartimäus habe ihn aber einfach nicht losgelassen, sagte Stroud: "Durch ihn spricht so etwas wie eine unterdrückte Seite von mir". Barti könne direkt sagen, was ihn störe, beliebig meckern und gewitzt kontern. Ein Jahr nach Abschluss der Trilogie habe er wieder eine kurze Geschichte über seinen Dschinn geschrieben und gemerkt: "Ich hatte ihn wirklich vermisst."

Deshalb taucht Stroud mit seinem vierten Band in die Vergangenheit des 5000 Jahre alten Bartimäus ein. Schauplatz des Machtkampfes von Magiern und Menschen ist Jerusalem im Jahr 950 v. Chr. Hier trifft Bartimäus auf König Salomo, der dank eines mystischen Rings der mächtigste aller Magier ist. Das klingt wie eine Mischung aus Aladdin, Harry Potter und Herr der Ringe. Doch Stroud grenzt sich von seinen Fantasy-Vorgängern ab: Seine Geschichten spielen an realen Orten, die Probleme um Machtversuchung und Unterdrückung haben politische Dimensionen.

Ob es einen fünften Band geben werde, will Stroud noch nicht sagen. Eigentlich hätte er ja schon nach dem dritten Buch Schluss machen wollen. "Aber Bartimäus ist ja schon 5000 Jahre alt und hat so viele Geschichten zu erzählen."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben