Berlin : Farbenblind im Amt

Senat verabschiedete Barbara John

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Das macht einen Regierenden Bürgermeister richtig neidisch: Mehr als 21 Jahre im Amt und noch dazu von einer „positiven Grundeinstellung“ begleitet: „Durchgehend schafft das kaum jemand“, stellte am Montag Klaus Wowereit fest. Eine Frau aber hat ihm genau das vorgemacht: Berlins erste Ausländerbeauftragte Barbara John , die gestern offiziell im Wappensaal des Roten Rathauses verabschiedet wurde. Zur Feierstunde gekommen waren viele Vertreter von Migrationsvereinen sowie grüne, gelbe, schwarze, rote und ganz rote Politiker. Weil sie so viele Senate in so vielen Farbkonstellationen erlebt hat, musste sie sehr schnell „farbenblind“ werden, sagte Deutschlands erste Ausländerbeauftragte. „Das hat der Integrationsarbeit sehr gut getan.“ Wowereit und Tatjana Forner vom Club Dialog e. V. würdigten Johns Verdienste für Migranten. „Doch es wäre nicht Frau John, wenn sie gesagt hätte, sie habe das Rentenalter erreicht“, sagte Wowereit und spielte auf ihre neue Aufgabe in der Schulverwaltung an, wo sie sich um Migrationsfragen wie Deutsch als Zweitsprache kümmert. Nach so viel Lob und Anerkennung zitierte Barbara John in aller Bescheidenheit ein russisches Sprichwort: „Zu viel Weihrauch verrußt auch den besten Heiligen.“ sib

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