Fashion Week : Katzenspuk am Catwalk

Eine rätselhafte Katze zieht bei der Fashion Week alle Blicke auf sich. Doch wer steckt unter der Maske?

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Allen die Show gestohlen hat aber eine rätselhafte Katze, die bei vielen Shows in der ersten Reihe saß. Wer sich unter der Maske verbirgt, ist bis heute unbekannt. Mehr Fotos von der Fashion Week finden Sie hier.
Allen die Show gestohlen hat aber eine rätselhafte Katze, die bei vielen Shows in der ersten Reihe saß. Wer sich unter der Maske...Foto: dpa

Ganz so groß war der Hype dann doch nicht, wie es sich die Macher des Hamburger Magazins „Tush“ wohl erhofft hatten. Aber gerätselt wurde bei den vielen Veranstaltungen rund um die Fashion Week doch über die Frau mit dem Katzenkopf, die „Tush“ unter anderem zur Laurèl-Show geschickt hatte. Immerhin spielte die Katze beim Small Talk im Grill Royal eine Rolle, wo in der Nacht zum Freitag zu Ehren der deutschen Ausgabe von „Harper’s Bazaar“ gefeiert wurde.

Viele fanden die Maskerade abstoßend. Eine Münchner PR-Frau war sicher, dass es sich um die Eigenwerbung einer Schauspielerin handelte, die Katze habe ja Top-Figur gehabt. „In New York würde so was nicht passieren“, sagte kopfschüttelnd eine amerikanische Verlagsmitarbeiterin. „Während der Fashion Week möchte man doch besonders schön und strahlend sein.“

Gerade an diesem Abend spielte Berlin auch als Wiege für positive Trends eine Rolle. Margit J. Mayer, Chefredakteurin der deutschen Ausgabe des ältesten Modemagazins der Welt, erzählte, dass die Amerikaner sich bei der Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Berliner Magazin namens „Der Basar“ inspirieren ließen.

Die modischen Männer feierten in der Nacht mit dem Magazin „GQ“ im „The Grand“, wo ein Sänger sein Handy zückte, um zu beweisen, dass er sich mit der Katze hatte fotografieren lassen. Wer das ist, habe ihn gar nicht interessiert, Hauptsache schräg.

„Ich hab das für einen Laurèl-Werbegag gehalten“, sagte Moderatorin Bettina Cramer am Freitagmorgen beim Gala Fashion Brunch im Ellington Hotel. Dennenesch Zoudé hatte sich überreden lassen, für ein Foto mit der Katze zu posieren, in derem Inneren sie Bonnie Strange vermutete, eine abgedrehte junge Designerin.

Egal wie, Tush will damit eine „Furry-Kultur anthropomorpher Tierwesen“ etablieren. Da es bei der Mercedes Benz Fashion Week immer auch um Pferdestärken geht, hätte man auch einen Ponykopf nehmen können. Das Designer-Duo Achtland spielte schon mit der Idee, demnächst mal Panther- oder Hundeköpfe einzusetzen. Bei den Ladys werden sie dabei eher nicht landen.

„Das größte Glück ist es, einen gesunden Körper zu haben“, meinte Designerin Anna von Griesheim. Von extremen körperlichen Manipulationen fühlt auch sie sich „unangenehm berührt“. In der Mode gehe es schließlich um Schönheit. Um die zu repräsentieren, waren die Elfenköniginnen, die Miranda Konstinidou exakt 24 Stunden nach dem bizarren Katzenauftritt in fabelhaft bunten Gewändern über den Laufsteg schickte, sehr viel besser geeignet. Die Katze überließ den Elfen den Sieg und tauchte nicht mehr auf.

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