Berlin : Fast schon rekordverdächtig

Während die Spendenfreude sinkt, sind die Leserinnen und Leser des Tagesspiegels hilfsbereit wie immer Die Aktion „Menschen helfen“ geht weiter – auch nach Weihnachten sind Zuwendungen willkommen.

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Warme Mahlzeit. Die Zahl der Berliner, die auf Suppenküchen angewiesen sind, wächst seit Jahren. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Warme Mahlzeit. Die Zahl der Berliner, die auf Suppenküchen angewiesen sind, wächst seit Jahren. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Hilfsbereitschaft ist wieder überwältigend: Tagesspiegel-Leser rufen an und bitten um die Rufnummern der Hilfsvereine, die wir in unserer Spendenserie „Menschen helfen!“ vorgestellt haben. Sie sagen, dass sie ganz beeindruckt sind vom Schicksal der Menschen, denen sich der Tagesspiegel mit seiner Spendenaktion widmet. Und sie suchen sich auch selbst die Adressen oder Nummern der Initiativen für kranke Kinder, für Drogenabhängige oder für Gewaltopfer heraus, um nicht nur Geld zu spenden, sondern auch persönlich benötigte Güter dort vorbeizubringen. Seit 20 Jahren organisieren Tagesspiegel-Mitarbeiter die Weihnachtsspendenaktion, und sie freuen sich, dass die Leserinnen und Leser im Jubiläumsjahr mit aller Kraft helfen.

Auch die Summe auf dem Konto des Tagesspiegel-Spendenvereins stimmt die Organisatoren und die Empfänger froh. Die Deutschen spendeten den Statistiken zufolge zuletzt weniger, doch die Leser bleiben „Menschen helfen!“ mit seiner kiezorientierten Ausrichtung treu. Kurz vor Weihnachten betrug der Spendenstand zwar 164 000 Euro und damit 10 000 Euro weniger als im Vorjahr. Aber schon nach Weihnachten wuchs der Betrag auf 215 000 Euro und lag damit fast gleich auf mit 2011/12, als es 218 000 Euro waren.

Und der Spendenverein dieser Zeitung freut sich darüber hinaus bereits auf den 18. Januar 2013: Da will Frank Gilly, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Berliner Bank, wie bereits bei den vergangenen Spendenrunden einen symbolischen Scheck in Höhe von 10 000 Euro überreichen. Die Berliner Bank gehört wie der Pressegolfclub Berlin-Brandenburg zu den regelmäßigen Förderern von „Menschen helfen!“. In den Vorjahren haben unter anderem auch Spiele-Max-Gründer Wilfried Franz und Unternehmer Hans Wall die vom Spendenverein ausgewählten sozialen Initiativen, Vereine, Ehrenamts- und Selbsthilfeinitiativen unterstützt. „Menschen helfen!“ lebt seit Beginn von der Bereitschaft der Leserinnen und Lesern dieser Zeitung, anderen zu helfen. Und von jenen Berlinern und Brandenburgern, die Sachgüter spenden. So rief eine Leserin an, die eine nicht mehr benötigte, aber gut erhaltene Couch der Übergangswohneinrichtung des Drogentherapiezentrums überlässt. Dort freuen sich Leitung und Bewohner sehr. Zwischen den Jahren meldete sich zudem ein Ehepaar aus Halensee, das den Artikel über die jungen Mütter mit ihren Kindern gelesen hatte, die der Verein „Paula Panke“ in einer Zufluchtswohnung betreut, weil sie vor gewalttätigen Männern und Vätern flüchten mussten. Die Leserin und ihr Mann boten unter anderem gleich eine Schrankwand, einen Fernseher und Kinderbetten an.

20 Jahre Tagesspiegel-Spendenaktion, in all diesen Jahren haben Leser tatkräftig mitangepackt, und sie haben insgesamt rund sieben Millionen Euro für Bedürftige in Berlin und Brandenburg sowie für Menschen in großer Not nach Katastrophen oder Kriegen im Ausland gespendet. Vergangenes Jahr konnten Geschäftsführung, Chefredaktion und Spendenvereinsmitglieder im Frühjahr die Gesamtsumme in Höhe von 263 000 Euro an die insgesamt 59 Vereine und Initiativen übergeben. Bei der Weihnachtsspendenaktion 2010/11 war die bisherige Rekordsumme in Höhe von 285 000 Euro zusammengekommen.

Berlins Sozialsenatorinnen und -senatoren haben in all den Jahren dem Verlag, der Zeitung und den Lesern dafür gedankt, dass sie Verantwortung für die soziale Stadt übernehmen. So kann Obdachlosen und Menschen mit Behinderungen geholfen werden, schwer kranken Kindern und sterbenden alten Menschen, Prostituierten und Drogenabhängigen oder Menschen auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben ohne Abhängigkeiten. Der Tagesspiegel-Spendenverein unterstützt Projekte zum Spracherwerb von Migranten, zur Integration und Ausbildung Jugendlicher, für Familien in Not. Er hilft dort, wo der Staat sich zurückzieht, wo Projekte gefährdet sind oder Neues aufgebaut werden soll, und zwar möglichst gerecht über alle freien Träger und Verbände der Stadt, über Altersgruppen und soziale Themenfelder verteilt. Nach diesen Kriterien wählt die Jury jeweils im Spätherbst unter den Bewerbern für „Menschen helfen!“ die Empfänger aus. In Zeiten des Missbrauchs von Mitteln einzelner weniger Vertretern der Sozialbranche lassen sich der Tagesspiegel, seine Leserinnen und Leser nicht entmutigen, sondern helfen erst recht weiter. Nicht aber, ohne das Controlling intensiviert zu haben.

Es gibt viele Menschen in der Region, die „Menschen helfen!“ dankbar sind. „Sehr geehrte Damen und Herren“, schrieb die antroposophische Aids-Initiative Regenbogen e. V. in ihrer Bewerbung, „das Bewusstsein für das soziale Miteinander in Berlin wird durch die alljährliche Spendenaktion des Tagesspiegels ,Menschen helfen!‘ auf mannigfaltige Weise bereichert. Viele soziale Projekte haben dadurch wertschätzende Unterstützung erfahren. Dafür danken wir von ganzem Herzen.“ Den Dank geben wir hiermit gern weiter. Und bitten weiter um Spenden. Im Frühjahr laden wir dann unsere 53 Spendenempfänger der jetzigen Aktion zur Spendenübergabefeier in die Verlagsräume.Annette Kögel

Spenden an: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030 942. Namen und Anschrift für den Beleg notieren. Auch Onlinebanking ist möglich.

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