Berlin : Faszination Bibel

Die „Alpha“-Bewegung hat in Berlin immer mehr Zulauf

Katrin Juhl

Dass die Bibel immer noch Menschen bewegt, beweist seit Mitte der 90er Jahre die „Alpha“-Bewegung aus England, die sich jetzt auch in Deutschland etabliert. Bundesweit fanden im vergangenen Jahr 800 Kurse mit durchschnittlich 30 Teilnehmern statt; in Berlin gab es 22 Kurse. Am heutigen Donnerstag beginnen in evangelischen und katholischen Gemeinden neue Kurse.

Das Konzept ist einfach: Für zehn Euro gibt es elf „Alpha“-Abende, eine Bibel und ein „Heilig-Geist-Wochenende“. An den elf Abenden isst man gemeinsam, dann spricht ein Theologe über die Grundaussagen des christlichen Glaubens. Namhafte Professoren machen mit, zum Beispiel Christof Gestrich von der Humboldt-Universität. Anschließend wird darüber diskutiert, wobei die persönlichen Erlebnisse eine große Rolle spielen. Die Bibel wird nicht wissenschaftlich analysiert, sondern einfach gelesen.

Die Apostel-Petrus-Gemeinde im Märkischen Viertel bietet schon seit 1997 „Alpha“-Kurse an. Jeder ist willkommen, Vorkenntnisse braucht man nicht. An dem soeben abgeschlossenen Kurs nahmen 60 Personen teil. Ebenso viele Helfer begleiten die Abende, leiten die Gespräche, kochen oder räumen auf, viele von ihnen sind Teilnehmer aus früheren Alpha-Kursen.

Da ist die Witwe, die heute noch weint, wenn sie an das Leben mit ihrem verstorbenen Mann denkt. „Immer wenn ich den Schlüssel in die Wohnungstür stecke, ist sie wieder da, diese Leere, dieser Schmerz über das Alleinsein.“ Sie akzeptiert allmählich, dass ihr Leben in Gottes Hand liegt, und sie hat eine neue Gemeinschaft gefunden, in der sie gebraucht wird. Oder der Handwerksmeister, der vom Alkohol weggekommen ist.

Am 8. Januar starten in vielen Gemeinden neue Kurse. Koordinatorin für Berlin ist Brigitte Heinhold, Tel. 4156666.

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