Berlin : Fatal und bürokratisch?

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Gemischte Reaktionen erntet Bildungssenator Klaus Böger (SPD) auf seine Ankündigung, die Lehrer ab 2003 drei Tage früher aus den Sommerferien zurückzuholen. Die schärfste Kritik kommt vom GEW-Vorsitzenden Ulrich Thöne. Er hält Bögers Anweisung für „fatal“ und „bürokratisch“. Da die Lehrer in ihren Schulen keine Schreibtische hätten, sei es gar nicht möglich, dort vernünftig das neue Schuljahr vorzubereiten. Sinnvoll sei es lediglich, die Lehrer einen Tag vor Schulbeginn zu Konferenzen herbeizuzitieren, wie es Bayern praktiziert. Er ärgert sich „zutiefst“ über den Senator.

Diese Ansicht teilen auch etliche Lehrer, die in den vergangenen Tagen mit harschen Leserbriefen auf Bögers Ankündigung reagierten. Sie verweisen darauf, dass es wegen der späten Personalzuweisungen von Seiten des Landesschulamtes in den vergangenen Jahren gar nicht möglich gewesen sei, vorzeitig das Schuljahr zu planen.

Ganz anders fällt das Urteil des Philologenverbandes aus. Jahrelang habe er dafür geworben, die Lehrer früher in die Schulen zu beordern, berichtet Verbandschef Jobst Werner. Er erhofft sich davon einen Gewinn bei der Vorbereitung des neuen Schuljahres. Ähnlich sieht es der pädagogische Koordinator des Pankower Ossietzky-Gymnasiums, Thomas Labude. Er hält es für sinnvoll, wenn die Lehrer zwei bis drei Tage vor Schulbeginn vor Ort Materialien und Bücher ordnen und beispielsweise im naturwissenschaftlichen Bereich Versuche vorbereiten. Bisher lasse sich nur etwa die Hälfte des Kollegiums vor Ferienende blicken. sve

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