Fazit des Online-Dialogs : Mehr Kitaplätze, bessere Betreuung

Vier Wochen lang diskutierten Eltern beim Online-Dialog des Berliner Familienbeirats, wie die Stadt familienfreundlicher werden könnte. Die Wünsche der Eltern sind eindeutig.

Anja Brandt

Endlich einmal loswerden, was besser laufen könnte? Dazu waren Eltern beim Online-Dialog des Berliner Familienbeirats eingeladen. Vier Wochen lang diskutierten sie, wie und wo die Stadt noch familienfreundlicher werden könnte. Und viele Eltern taten es: Tausende riefen die Seite auf, knapp 700 Teilnehmer verfassten eigene Berichte. Viele davon beschäftigten sich mit dem Thema Betreuung. Dabei diskutierten die Eltern über Personal- und Platzmangel in den Kitas sowie über die Kitagebühren. Ein Teilnehmer im Forum fasst seine Verbesserungswünsche schon in der Überschrift zusammen: „Bessere Betreuung in Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen – mehr Personal!“ Schließlich fragt er, ob es trotz leerer Kassen nicht sinnvoll sei, zum Beispiel bei geplanten Neubauten von Schlössern und Bibliotheken zu sparen – und dieses Geld in die Zukunft unserer Gesellschaft zu investieren, „in unsere Kinder und Jugendlichen, die zukünftigen Beitrags- und Rentenzahler?“

Ein anderer Teilnehmer im Forum sagt: „Meine Wünsche sind die Abschaffung der Kita-Gebühr für alle Jahrgangsstufen, die deutliche Verbesserung des Betreuungsschlüssels und eine bessere Qualifizierung und Bezahlung von Erziehern und Erzieherinnen.“ Aber auch der Senatsbeschluss wird gelobt, die letzten drei Kita-Jahre von Beiträgen zu befreien. „Dennoch bleibt die finanzielle Belastung für die Kinderbetreuung in Berlin viel höher als in vielen anderen Kommunen“, heißt es. Darauf reagierte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) in einer vom Familienbeirat organisierten Live-Diskussion: „Die Beitragsfreiheit kommt schrittweise. Schon jetzt sind die beiden letzten Kindergartenjahre beitragsfrei. Ab nächstem Jahr sind alle drei Kindergartenjahre beitragsfrei.“

Auch Tagesmütter waren ein Thema im Forum. Ein Vater hält Tagesmütter angesichts der Probleme, einen Betreuungsplatz in der Kita zu finden, für eine geeignete Unterstützung. Die Finanzierung von Tagesmüttern würde allerdings nicht so stark gefördert wie die eines Kitaplatzes und seien daher für manche Familien nicht erschwinglich. Senator Zöllner sagt dazu: „Tagesmütter sind ein wichtiger Bestandteil unseres Tagesbetreuungsangebotes. Wir versuchen, die Finanzierung für beide Angebotsblöcke gleich zu gestalten.“ Im Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) von 2004 hatte der Bund die Kindertagespflege zu einer „qualitativ gleichrangigen Alternative“ zum Kita-Angebot aufgewertet. Doch auch wenn das Jugendamt sich an den Kosten für eine Tagesmutter beteiligt, ist diese Form der Betreuung meist noch teurer als ein Kitaplatz.

Die Umgestaltung der Hortbetreuung, mehr Kitaplätze, eine andere Regelung bei der Bezahlung von Tagesmüttern, kleinere Gruppen und die Abschaffung der Kitagebühren – das sind die Vorschläge der Eltern, wie sie die Initiatoren des Dialogs zusammenfassen. Die Anregungen fließen in den Familienbericht ein, den der Beirat dem Senat Ende des Jahres übergeben wird. Anja Brandt

www.familienbeirat-berlin.de

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