Berlin : FDP büßt im liberalen Lager Stimmen ein

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Der FDP gelang es überraschenderweise nicht, von der Schwäche der CDU zu profitieren und Stimmen im bürgerlichen Milieu zu gewinnen. Mit rund 7,6 Prozent ziehen die Liberalen laut Hochrechnung zwar wieder ins Abgeordnetenhaus ein – doch sind sie mit Stimmenverlusten von 2,3 Prozent im Vergleich zu den Abgeordnetenhauswahlen 2001 deutlich geschwächt. Die Hoffnungen auf eine Regierungsbeteiligung sind geschwunden.

FDP-Spitzenkandidat Martin Lindner zeigte sich dennoch sehr zufrieden. „Es ist ein guter Abend für die FDP in Berlin.“ Die Liberalen hätten „eines der besten Ergebnisse seit 1954“ erzielt. Auch FDP-Landeschef Markus Löning freute sich, dass die FDP in der Landespolitik künftig wieder eine „gewichtige Rolle“ in der Opposition spielen werde.

Das Wahlergebnis zeigt auch, dass die liberale Großstadtklientel eine andere politische Heimat gefunden hat: Die FDP musste Stimmen an die Grünen abgeben, die ihrerseits im bürgerlichen Lager für sich geworben hatten. Das „liberale Element“, das die grüne Spitzenkandidatin Eichstädt-Bohlig im Umgang mit landeseigenen Betrieben hervorgehoben hatte, hat offensichtlich auch einen Teil der liberalen Stammwähler angesprochen. sib

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