Berlin : FDP: Schüler sollen Lehrer bewerten

Liberale stellen ihr Bildungsprogramm vor

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Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Lehrer zu bewerten. Dies könnte durch anonymisierte Online-Fragebögen geschehen oder durch einen jährlichen „Feedback-Tag“, wenn es nach den Freien Demokraten geht. Gestern stellten sie unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ ihr bildungspolitisches Wahlprogramm vor.

Zur Vielfalt gehört für den FDP-Spitzenkandidaten Martin Lindner ein klares Nein zur „Einheitsschule“, eine bessere Förderung der Freien Schulen und eine Wahlfreiheit zwischen den Fächern Ethik und Religion. Um allen Kindern zu einem besseren Einstieg ins Schulleben zu verhelfen, müsse man eine verbindliche Vorklasse einrichten, die bei den Liberalen „Startklasse“ heißt. Zudem wird die FDP beantragen, dass an Schulen zusätzliche Aufenthalts- und Arbeitszimmer für Lehrer eingerichtet werden, damit sie einen größeren Teil ihrer Arbeitszeit in der Schule verbringen können. Die umstrittene flexible Anfangsphase an den Grundschulen würde die FDP – anders als die CDU – nicht einfach wieder abschaffen, sondern will es den Schulen überlassen, sich für oder gegen diese Reform zu entscheiden, sagte die bildungspolitische Sprecherin Mieke Senftleben.

Großen Veränderungsbedarf sieht die FDP im Umgang mit dem Thema „Unterrichtsausfall“. Sie fordert, dass die Schulen selbst über Honorarmittel verfügen können. Damit wären sie in der Lage, flexibel und schnell auf Erkrankungen vom Kollegen zu reagieren.

Die FDP hat kurz vor dem Ende der Legislaturperiode in der Koalitionsvereinbarung von SPD und PDS gelesen und dabei einige Abweichungen zur Politik der letzten fünf Jahre entdeckt. Dazu gehört, dass sich die Koalitionäre 2001 darauf verständigt hatten, für die Schul- und Sportstättensanierung weiterhin 52 Millionen Euro pro Jahr bereitzuhalten. Stattdessen wurde dieser Betrag auf 41,1 Millionen Euro gekürzt. sve

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