Berlin : Feedback mit Verzögerung

Diana und Frank Labschies heirateten nach der Trennung

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Nach Deutschland zu kommen, bekennt Diana Labschies, sei damals vor sieben Jahren die letzte Möglichkeit gewesen. „Ich war wirklich voller Vorurteile gegen die Heimat meines Vaters", erinnert sich die gebürtige Venezolanerin, Tochter einer ecuadorianischen Mutter, „aber in Südamerika wäre ich einfach beruflich nicht glücklich geworden und von Unis in den USA hatte ich nur Absagen bekommen." So landete sie in Freiburg im Breisgau, um ihr Studium der Politikwissenschaften aufzunehmen. Nach einigen Semestern im Badischen begann der 27-Jährigen jedoch das Großstädtische zu fehlen, und „obwohl ich vorher nie in Berlin war, wusste ich, dass ich hierher muss“.

Dieser Überzeugung war Frank Labschies bereits einige Jahre zuvor gefolgt. Aus dem Rhein-Main-Gebiet kommend, mit hehren Idealen im Gepäck: „Ich war damals der totale Öko und wollte unbedingt ein Haus besetzen." Irgendwie sei es aber doch immer auf ordentliche Mietverträge hinausgelaufen. 1997 schließlich, als der einstige Krankenpfleger sein Medizin-Studium antrat, unterschrieb er den für ein Zimmer in einer Gemeinschaftswohnung in der Fasanenstraße. Wenig später bezog Diana das schräg gegenüber liegende Zimmer. Sie lernten sich näher kennen und stürzten sich zu guter Letzt in eine Liaison. „Als ich eine Antwort wollte, ob das mit uns vielleicht doch mehr ist, blieb ein Feedback von Frank aus. Und dann lief gar nichts mehr." Bis er plötzlich wieder vor ihr stand – drei Monate nach der Trennung, just als es gelungen war, ihn zu vergessen.

Aus der gescheiterten Affäre wurde eine Beziehung. Im Grunde kommt es nur zeitweilig zu mentalitätsbedingten Verständigungsproblemen: wenn mit ihm die Vernunft und mit ihr die Unvernunft durchgeht. Im Herbst bat Frank Diana, seine Frau zu werden. Auf der Goldelse. Vorigen Sonnabend war es soweit: Vor dem zweisprachigen Pfarrer sagte Diana auf Deutsch „Ja“, und Frank sprach auf Spanisch „Si, con la ayuda de dios." Maren Sauer

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