Fegefeier : Straßenreiniger machen den Weg frei

Flaschen, Böller – und dann noch diese großen Feuerwerksbatterien: Berlins Straßenreiniger haben zu Jahresbeginn ziemlich viel zu tun.

Susanne Grautmann
Handarbeit. So sieht es rund um die Feiermeile aus, wenn das letzte Glas Sekt getrunken ist.
Handarbeit. So sieht es rund um die Feiermeile aus, wenn das letzte Glas Sekt getrunken ist.Foto: dpa

Ganz Berlin lag am Neujahrstag in tiefem Schlaf, und auch am 2. Januar erwachte die Stadt nur sehr zögerlich zu neuem Leben. Ganz Berlin? Nein, die Mitarbeiter der BSR rückten schon um 3 Uhr am Neujahrsmorgen aus, um die Straßen zu räumen. Insgesamt traten am Neujahrstag 600 Straßenreiniger ihre Schicht an. Oberste Priorität hatte dabei der Winterdienst. Erst als die Straßen vom Glatteis befreit waren, begannen die BSR-Mitarbeiter, den Rest vom Fest einzusammeln.

Am 2. Januar waren dann sogar 1500 Mitarbeiter mit 450 Fahrzeugen in zwei Schichten im Einsatz – und ähnlich arbeitsintensiv geht es weiter. Noch bis Mitte Januar wird die BSR damit beschäftigt sein, die Überbleibsel der Silvesternacht zu beseitigen. Am aufwendigsten ist es, Feuerwerksbatterien zu beseitigen: Sie müssen von Hand aufgesammelt werden, da sie so groß sind, dass die Räumfahrzeuge das nicht erledigen können.

Die meisten Mitarbeiter kommen rund um das Brandenburger Tor zum Einsatz. Für die Reinigung der Partymeile selbst ist allerdings der Veranstalter zuständig. Andere Haupteinsatzgebiete für die BSR sind etwa die Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg und die Schloßstraße in Steglitz. Erst wenn die Hauptstraßen wieder sauber sind, nehmen sich die Straßenreiniger die Neben- und Wohnstraßen vor.

Haben die BSRler vielleicht Wünsche für den nächsten Jahreswechsel an die Berliner? „Es wäre toll, wenn alle sich vornehmen könnten, ihre Flaschen noch in der Silvesternacht wieder einzusammeln, da diese sonst eine Verletzungsgefahr für andere sind. Natürlich freuen wir uns auch, wenn die Leute am Neujahrstag die Überreste ihrer Knaller wegräumen“, sagt BSR-Pressesprecherin Sabine Thümler.

Trotz des enormen Müllaufkommens: Am meisten Arbeit haben die Straßenreiniger nicht nach Silvester, sondern im Herbst. Dann kehren sie 100 000 Kubikmeter Laub zusammen – eine Menge, die knapp 2000 Güterwaggons füllen würde.

Interview mit einem Straßenreiniger:


Wolfgang Liebenow, 44,
Wolfgang Liebenow, 44,

Herr Liebenow, wann hatten Sie Ihren ersten Einsatz in diesem Jahr?

Ich hatte direkt am 1. Januar Spätschicht. Die beginnt erst um 13.50 Uhr, das geht also in Ordnung.

Wie war die Stimmung in Ihrem Team? 
Die war super, eigentlich wie immer. Wir nehmen in diesen Tagen natürlich auch die Stimmung von der Straße mit. Ich bin für den Kurfürstendamm zuständig, da ist sowieso immer viel los. Hier sind ja auch viele Touristen unterwegs, da gibt es immer etwas zu tun.

Wie begegnen Ihnen denn die Passanten in dieser Zeit?

Die meisten sind sehr freundlich und zuvorkommend. Einige grüßen uns auch und bedanken sich für unsere Arbeit. Wir spüren eine große Solidarität.

Gibt es auch einen besonders sauberen Kiez?
Eigentlich nicht.

Wie feiern Sie denn Silvester? Böllern Sie auch?
Ich böllere nur in sehr geringem Umfang. Am nächsten Morgen sammele ich dann den Müll vor meiner Tür und der Tür meiner Nachbarn wieder ein. Das bringt der Job mit sich. Man will es einfach sauber haben.

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