Berlin : Feiern gegen den Ideenklau

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Prima Scherz, dachten einige der Juristen, die am Donnerstagabend in den Hamburger Bahnhof strömten. Vor der Tür waren sie aus dem Auto heraus fotografiert worden. Leider ernst gemeint: Die Polizei hatte tatsächlich ihren Blitzer direkt vor dem Haus aufgestellt. Drinnen stellte der Verlag C.H. Beck gemeinsam mit der Großkanzlei CMS Hasche Sigle den neuen Praxiskommentar zum Urheberrecht vor – umgeben von Kunstwerken. Das ist folgerichtig, denn um sie geht es bei diesem Rechtsgebiet. Festredner Uwe Wesel schilderte den ersten bekannten Streit ums Urheberrecht. Er spielte in der Antike, als Homer zu Ohren gekommen war, dass ein anderer einen Homerschen Gedanken mit großem Erfolg als eigenen ausgegeben hatte. Kurz wurde auch in die Vergangenheit einiger Verfasser des 1600-Seiten-Werks geschweift – zum Beleg ihrer Qualifikation durch lebenslange Nähe zur Kunst. Herausgeber Artur-Axel Wandtke war demnach früher ein leichtfüßiger Bühnentänzer der Staatsoper. Co-Herausgeber Winfried Bullinger hat neben dem Jurastudium auch eines an der HdK abgeschlossen. 500 Zusagen waren für den Abend eingegangen – großer Bahnhof für ein neues Buch. Das entspricht einem Trend: Großkanzleien veranstalten Events und stellen sich dar. fk

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