Berlin : Felix

Frank Jansen

Wer nahe dem Brandenburger Tor das Bedürfnis nach einem Cocktail verspürt, muss ein wenig suchen. Neben der Rückseite des Hotels Adlon in der Behrenstraße wird man dann fündig: hier versteckt sich das Felix. Die außen unauffällige, innen aber opulente Kombination aus Kellerrestaurant und Bar galt 2003 als eine der Berliner High-Class-Hoffnungen. Doch dann hatte das Felix Probleme, es wurde umgebaut und präsentierte sich im September 2004 mit neuem Konzept – als Nachtclub mit Restaurant und erweiterter Bar. Also schien es nun Zeit zu sein, wieder einen Blick ins Lokal und in die Gläser zu werfen.

So stiegen drinking man und compañera an einem Freitagabend ins Felix hinab – und staunten. Weitere Gäste waren nicht zu sehen. Niemand kam die Freitreppe zum Restaurant hinunter, in der ersten Etage war die vermutlich längste Tresenlandschaft Berlins verwaist. Das drinking couple setzte sich an einen Tisch am Geländer und studierte das Interieur, das sich im Vergleich zum ersten Besuch vor knapp zwei Jahren nicht allzu sehr geändert hat. Der Boden des Restaurants ist jetzt dunkel, in einer Ecke steht ein DJ-Pult. Die Art-déco-Leuchttürme waren heruntergedimmt, der Disco-Sound aus den Boxen klang gedämpft. Heiter wirkte nur Jack Nicholson, der von einem gigantischen Schwarz-Weiß-Foto hinter dem DJ-Pult in den Raum grinst.

Der Keeper brachte einen Gimlet, stilecht in einer kleinen Schale und geschmacklich passabel, sowie einen Wodka Tai und ein Mineralwasser. Das Wasserglas war mit Eisbrocken voll gestopft und entsprechend frostig, dem Wodka hingegen mangelte es an der nötigen Kühle. Nach einer Stunde brach das drinking couple auf. Der Keeper erzählte noch, zu den Events an anderen Tagen kämen 2000 Gäste. Mag sein. Doch für einen Freitagabend sollte sich die Crew etwas einfallen lassen.

Felix, Behrenstraße 72, Mitte, Telefon 2062860, Öffnungszeiten bitte telefonisch erfragen

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben