FERIENWOHNUNGEN : Sonderzug aus Pankow

DAS GESCHÄFTSMODELL



Wer eine oder auch mehrere Wohnungen besitzt, kann viel Geld damit verdienen, wenn er sie an Touristen vermietet. Die wiederum freuen sich über ein „authentisches“ Berliner Lebensgefühl. Die Rechtslage ist kompliziert, die Grenze zwischen erlaubter Wohnnutzung und genehmigungspflichtiger Nutzung als Beherbergungsstätte fließend. Das Verwaltungsgericht gab vor einem Jahr einer Vermieterin Recht, die Wohnungen in einem Block in der Wilhelmstraße in Mitte Touristen überließ und sich gegen ein behördliches Verbot wehrte.

PANKOW GEHT VOR

Der Bezirk Pankow hat diese Art der Wohnungsnutzung jetzt in einem Teil seines Bezirksgebiets verboten. Die beliebten Gegenden Kollwitz- und Winskiez sollen bis Mai dazukommen; noch ist die Zweckentfremdung dort also erlaubt.

In Pankows Bezirksamt melden sich täglich Bürger, die auf Ferienwohnungen hinweisen. Rund 2000 der 45 000 Wohnungen im Bezirk sollen unerlaubt so vermietet werden. „Wir bündeln alle Hinweise und nehmen sie in unsere wöchentlichen Kontrollen auf“, sagte Pankows Baustadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). „Unser Ziel ist es, dass die Wohnungen dann wieder dem Mietmarkt zur Verfügung stehen.“ Den Mieterverein hat er auf seiner Seite. „Wir unterstützen das“, sagte dessen Chef Reiner Wild. Er rechne allerdings mit Klagen. „Mal sehen, wie die Gerichte das Verbot sehen“, so Wild. In Kreuzberg gibt es eine ähnliche Situation; der Bezirk ist aber in den Pankower Sonderzug nicht eingestiegen. fk

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