Ferienzeit in Berlin : Viele Baustellen über den Sommer in Berlin

In den Sommerferien wird an drei Berliner Autobahnabschnitten gebaut. Auch auf der Rudolf-Wissell-Brücke, die bald abgerissen wird.

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2013 wurde auf der A 100 auch in der Dunkelheit gebaut. Dieses Mal nicht. Und es gibt auch keine Prämien für schnelleres Arbeiten. Foto: Matthias Balk/dpa
2013 wurde auf der A 100 auch in der Dunkelheit gebaut. Dieses Mal nicht. Und es gibt auch keine Prämien für schnelleres Arbeiten.Foto: Matthias Balk/dpa

Bauen, bauen bauen. Stauen, stauen, stauen. Auch in diesem Jahr werden Berlins Straßen für Autofahrer, die in den Ferien in der Stadt bleiben werden, zur Qual. Zahlreiche Baustellen werden den Verkehr bremsen. Gleich drei Mal sind die Autobahnen dabei.

Rudolf-Wissel-Brücke
Wer weiß, dass die Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg in wenigen Jahren durch einen Neubau ersetzt werden muss, wird sich wundern, dass es dort im Sommer noch eine Großbaustelle geben wird. Der Asphalt ist aber in so einem schlechten Zustand, dass er nochmals erneuert werden muss, sagte Projektleiter Andreas Irngartinger von der Planungsfirma Deges des Bundes. Sie hat im Auftrag des Landes die Zuständigkeit für Berlins längste Brücke, die 926 Meter misst, übernommen.

Rund 30 Mal im Jahr habe hier zuletzt geflickt werden müssen. Immer mit erheblichen Einschränkungen des Verkehrs. Rund sieben Millionen Euro werden die Arbeiten kosten.
Saniert wird mit einem neuen – und teureren – Verfahren, das nach Irngartingers Angaben in dieser Größenordnung in Deutschland bisher noch nicht angewendet worden ist: Das sogenannte HANV-Verfahren, was für „Hohlraumreiches Asphaltgerüst mit nachträglicher Verfüllung“ steht. Statt herkömmlich abzudichten, legt man dabei eine großporige Asphaltschicht an, die nachträglich mit einem Kunststoff verfüllt wird.

Im Sommer sollten Berliner das Auto besser stehen lassen, um stressfrei durch den Tag zu kommen. Grafik: Schmidt/tsp
Im Sommer sollten Berliner das Auto besser stehen lassen, um stressfrei durch den Tag zu kommen.Grafik: Schmidt/tsp

Nur mit dieser Methode schaffe man es, die Arbeiten in den Ferien zu beenden, sagte Irngartinger. Und das sei das Ziel der Planer. Immerhin sind auf diesem Abschnitt täglich rund 180.000 Autos unterwegs.

Die Arbeiten sollen am 12. Juli beginnen und bis 3. September dauern. Das teure HANV-Verfahren wird nur auf der durch Lastwagen besonders geschädigten rechten und der Hälfte der mittleren Fahrspur verwendet; die anderen Spuren werden konventionell bearbeitet. In diesem Jahr ist die Fahrbahn Richtung Norden an der Reihe, im nächsten folgt dann die Gegenrichtung. In jeder Richtung bleiben in der Bauphase nur zwei statt drei Fahrspuren. Einfahrten werden zum Teil gesperrt.
Um für den in wenigen Jahren erforderlichen Neubau die beste Lösung mit den geringsten Verkehrseinschränkungen zu finden, hatte Deges, wie berichtet, eine europaweite Ausschreibung initiiert; ein weiteres Neuland. Bis Mitte Juli sollen sechs Ingenieur-Gemeinschaften Vorschläge erarbeiten; die besten drei ziehen in die nächste Runde ein. Im Frühjahr soll dann der Gewinner benannt werden.

A 113 – Schönefeld-Zubringer
Auch der erst im September 2005 eröffnete Schönefeld-Zubringer A 113 muss bereits saniert werden. Auf den Fahrbahnen hat sich der Betonkrebs eingenistet. Nun werden die Sanierungsarbeiten des vergangenen Jahres fortgesetzt. Dabei werden die Betonfahrbahnen, die länger halten sollten, zwischen den Anschlussstellen Johannisthaler Chaussee und Adlershof durch Asphalt ersetzt.

Dabei gibt es zunächst auf der südlichen Fahrbahn jeweils zwei Spuren für den gesamten Verkehr; anschließend wandert die Baustelle auf die andere Seite. Die Anschlussstelle Stubenrauchstraße ist in der gesamten Bauzeit vom 23. Juli bis 2. September gesperrt; am Anschluss Adlershof gibt es ebenfalls Einschränkungen. Die Kosten sind mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt. Im Sommer 2018 wird weiter gebaut. Die Mängel wurden innerhalb der Gewährleistungsfrist festgestellt. Gegen die Baufirma läuft ein Klageverfahren wegen der Übernahme der Kosten.

Dreieck Funkturm
Am Dreieck Funkturm müssen auf der Verbindungsbrücke von der A 100 zur Avus A 115 ebenfalls die Abdichtungen und der Fahrbahnbelag erneuert werden. Die Arbeiten sind vom 24. Juli bis zum 3. September terminiert. Die Umleitung erfolgt über den Messedamm und die Halenseestraße. Die Baukosten liegen bei 420.000 Euro. Die Brücke muss eventuell beim geplanten Umbau des Dreiecks in frühestens vier bis fünf Jahren weichen.

A 114
Verschoben haben sich die geplanten Sanierungsarbeiten der Fahrbahn am Pankow-Zubringer A 114. Es lag an Problemen beim Grundstückskauf, sagte Tiefbau-Chef Lutz Adam von der Senatsverkehrsverwaltung. Wenn es gut geht, könnten die Arbeiten nun Ende 2017 oder Anfang 2018 starten.

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