Fernsehen : Torte statt Worte

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky wirft Kurt Krömer im dessen Fernsehshow eine Sahnetorte ins Gesicht. Und findet nichts dabei. Allerdings ist er sicher: Krömer sinnt auf Rache.

Sebastian Leber
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Treffer: Heinz Buschkowsky überrascht Kurt Krömer. -Foto: Promo

Er erschrickt vor einer Stadiontröte, kugelt sich rücklings auf dem Boden, am Ende holt er zum Gegenschlag aus und wirft Gastgeber Kurt Krömer eine Kirschtorte ins Gesicht: Bei seinem Auftritt in der Fernsehsendung „Krömer – die internationale Show“ hat sich Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) von einer wenig bürgermeisterlichen Seite gezeigt. Sind solche Szenen mit der Würde des Amtes vereinbar? „Klar sind sie das“, sagt Buschkowsky. „Durch so einen Spaß wird die Autorität des Bürgermeisters nicht beschädigt. Man muss auch mal über sich selbst lachen können.“

Die Sendung wurde am Montagabend im rbb ausgestrahlt. Einen Monat zuvor lief sie bereits in der ARD, und laut Buschkowsky hat sich bisher niemand bei ihm beschwert. „Ich denke, die Leute können das richtig einordnen.“ Der 60-Jährige kennt Krömer bereits seit Jahren, ist diverse Male in dessen Radio- und Fernsehshows aufgetreten. Nicht ohne Grund: „Kurt Krömer ist ein Exportschlager Neuköllns. Er setzt sich für den Bezirk ein, wo er kann.“ Krömer, der bürgerlich Alexander Bojcan heißt, ist hier geboren und tritt öffentlich als überzeugter Neuköllner auf. Zudem engagiert er sich für soziale Projekte im Bezirk. „Da ist es logisch, dass ich mitmache, wenn Krömer mich einlädt“, sagt Buschkowsky. Wird es nach dem Tortenwurf weitere Comedy-Auftritte geben? „So, wie ich die Mentalität des Herrn Krömer einschätze, sinnt er auf Rache“, grinst der Politiker. Deshalb überlege er derzeit, wie man das Rathaus gegen Angriffe von außen sichern könne: „Ich stelle mir eine Schutztruppe mit Hellebarden vor.“

Der Auftritt des Bürgermeisters erinnert an das TV-Intermezzo eines anderen prominenten Politikers: Als Gast in der WDR-Sendung „Zimmer frei“ ließ sich Klaus Wowereit vor vier Jahren auf einen Showkampf mit Moderator Götz Alsmann ein – die beiden rangen sich gegenseitig zu Boden und täuschten Faustschläge an. Zuvor hatte Wowereit bereits im Kinderkanal kleine Außerirdische getroffen, bei Birgit Schrowange über das Abnehmen gesprochen und Alfred Biolek vom Kuchen-Dessert „Charlotte Lorraine“ vorgeschwärmt. So gesehen hat Heinz Buschkowsky noch Einiges aufzuholen. „Da habe ich aber keine Ambitionen“, sagt der.

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