Fest zum 100. Jahrestag : Köpenick erinnert an falschen Hauptmann

Am Wochenende wird in Treptow-Köpenick gefeiert: Anlass ist der vor 100 Jahren verübte Raub der Stadtkasse durch den Schuster Wilhelm Voigt, den "Hauptmann von Köpenick".

Berlin - Mit einer Sonderausstellung, Theaterstücken und Schauparaden wird der so genannten Köpenickiade gedacht. Die Schau im Bezirksrathaus zeigt originale Zeitdokumente, Archivunterlagen und Poster von bisherigen Bühnenaufführungen. Bis zum eigentlichen 100. Jahrtag des weltweit belachten Streiches am Montag werden am Wochenende Paraden, Führungen und Märkte veranstaltet. Zusätzlich haben zwei neue Theaterstücke Premiere.

Am 16. Oktober selbst lädt das amtierende Ratsoberhaupt, Bürgermeister Klaus Ulbricht (SPD), zu einem Empfang in den Ratssaal der Stadtbezirksverwaltung. Im Vorfeld wird der Raubzug des falschen Hauptmanns nachgestellt. Dazu rekrutiert ein Darsteller im Bezirk Wedding Uniformierte, mit Nostalgiezügen wird diese Mannschaft dann wie vor 100 Jahren nach Köpenick gefahren, um dort in einem Schauakt die Stadtkasse zu übernehmen.

Der ostpreußische Schuhmacher Voigt hatte in Verkleidung eines Hauptmannes ein Berliner Regiment dazu gezwungen, ihm in die noch eigenständige Stadt Köpenick zu folgen, um den dortigen Bürgermeister zu verhaften und die Stadtkasse in Beschlag zu nehmen. Voigt war dafür im Dezember 1906 vom Landgericht Berlin zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde zwei Jahre später durch einen Gnadenakt aufgehoben. In der Folge reiste der inzwischen weltweit bekannte Schuster als Medienstar durch mehrere Kontinente, verstarb allerdings Januar 1922 verarmt in seiner letzten Heimat Luxemburg. (tso/ddp)

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