Festakt : 1000 Demonstranten zur Eröffnung der O2-World

Zur Eröffnung der neuen O2-Mehrzweckhalle in Berlin haben sich 1000 Demonstranten versammelt. Auf Transparenten hieß es am Mittwochabend: "Mediaspree versenken - Spreeufer für alle". Bürgermeister Klaus Wowereit indes drückte seinen Stolz über das 165 Millionen Euro Projekt aus.

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Feierliche Eröffnungsfeier der O2-Mehrzweckhalle.Foto: ddp

BerlinBegleitet von Protesten ist am Mittwochabend in Friedrichshain die Arena O2-World feierlich eröffnet worden. Eine Halle von dieser Dimension habe der Stadt lange gefehlt, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Ohne diese moderne Multifunktionsarena würden bestimmte Veranstaltungen nicht nach Berlin kommen. Die nach dem Telekommunikationsunternehmen O2 benannte Halle für Sport- und Kulturereignisse ist mit 17.000 Plätzen nach der Köln-Arena die zweitgrößte Halle dieser Art in Deutschland.

An einer Demonstration gegen die O2-World beteiligten sich rund 1000 Menschen. Sie versammelten sich am Kottbusser Tor in Kreuzberg und zogen über die Schillingbrücke zum Rummelsburger Platz in Friedrichshain. Nach Angaben einer Polizeisprecherin verlief bis zum Abend alles "weitgehend friedlich". Am Anfang der Demonstration gab es einen Zwischenfall. Bei einer Rucksackkontrolle fiel eine Flaschen runter und zerbarst. Da der Verdacht bestand, dass eine ätzende Flüssigkeit ausläuft, wurde das Umfeld abgesperrt und der Besitzer des Rucksacks vorläufig festgenommen.

Monströses Bauwerk

Ursprünglich wollten die Demonstranten bis vor die rund 300 Meter entfernt liegende O2-World ziehen. Dies wurde von der Polizei aber untersagt. Das Verwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung am Dienstag. Die Protestierer trugen Plakate mit Aufschriften wie "Spreeufer für alle" und "Gegen Yuppies und Investoren". Das Bauwerk wurde von Rednern als "monströs" kritisiert. Sie äußerten auch Befürchtungen, dass durch die neue Arena und das geplante Mediaspree-Projekt die Mieten steigen und die Bewohner verdrängt werden. Einige Demonstranten waren auch in Abendgarderobe gekommen. Die "Hedonistische Internationale" hatte dazu aufgerufen, sich unter die Gäste zu mischen und die Veranstaltung zu stören.

In das Projekt wurden insgesamt 165 Millionen Euro investiert. Wowereit betonte, das Engagement der US-amerikanischen Anschutz Entertainment Group zeige, dass in Berlin auch große Projekte verwirklicht werden könnten, "ohne finanzielle Unterstützung staatlicher Stellen in Anspruch zu nehmen", fügte Wowereit hinzu. Die Arena werde der Gravitationspunkt für die Entwicklung eines ganz neuen lebendigen Stadtquartiers im Herzen der Hauptstadt sein. Vor allem die Sportstadt Berlin gewinne mit der O2-World einen neuen, einzigartigen Schauplatz besonders für Mannschaftssportarten. Doch auch die Kultur- und Unterhaltungsmetropole Berlin profitiere von dieser großartigen Investition in die Zukunft der Stadt, unterstrich der Berliner Regierungschef.

Die Berliner Eisbären und die Basketballprofis von Alba Berlin haben in der O2-World ihre neue Heimspielstätte. Am Freitag stellt die Heavy-Metal-Band Metallica beim ersten Konzert in der Arena ihre neueste Platte vor. Herbert Grönemeyer spielt am Samstag vor ausverkauftem Haus in der O2-World. Und am Sonntag treten die Eisbären gegen Augsburg an. (sgo/ddp)

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