Berlin : Festakt in der Liebermann-Villa

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Sogar eine Urenkelin Max Liebermanns war da, Katherine Whild , selbst Malerin und gerade mit einer Ausstellung bei der Galerie Mutter Fourage vertreten. Ihre Mutter Maria war die 1917 geborene Enkelin Liebermanns, die der Maler wieder und wieder gemalt hat, in seinem Sommerhaus am See. Nun ist das 1909 erbaute Haus nach langer Renovierungszeit wieder geöffnet – und die private Liebermann-Gesellschaft, die das finanziert hat, feiert mit einem Festakt. Hätte es die – inzwischen auf 1000 Mitglieder angewachsenen – Liebermann-Freunde nicht gegeben, wäre noch immer der Tauchklub Herr im Haus, der die Villa seit 1972 als Vereinslokal genutzt hatte. So ist die Eröffnung das Fest einer Bürgergesellschaft, die Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse und Peter Klaus Schuster , Generaldirektor der Staatlichen Museen, nicht müde wurden zu loben.

Als Vertreter der Senatskanzlei kam André Schmitz die undankbare Aufgabe zu, für das Land Berlin ein „Eingeständnis des Versagens“ abzulegen und an die über 50 Jahre zu erinnern, die Berlin mit diesem Kleinod in seinem Besitz nichts anfangen konnte. Wolfgang Thierse lobte den „zauberischen Ort“ und verglich das Bürgerengagement mit dem für die Dresdner Frauenkirche. Und erinnerte daran, dass der „Ort des künstlerischen Glücks“ nur wenige Meter vom „Ort des Verbrechens“, der Wannsee-Villa, entfernt sei. Peter-Klaus Schuster schließlich würdigte den Künstler und Akademiepräsidenten Max Liebermann. Fürs nächste halbe Jahr hat Vereinsvorsitzender Rolf Budde schon ein neues ehrgeiziges Ziel: Auf 1500 soll die Zahl der Mitglieder steigen. til

Liebermann-Villa, Colomierstraße 3, täglich geöffnet außer Dienstag 11 bis 18 Uhr

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