Berlin : Feste feiern

Andreas Conrad

Sonnig hat das Jahr begonnen, nach dem Dauergrau der letzten Wochen ist es kaum zu glauben. Vom lange ersehnten Aufschwung, der nun unweigerlich komme, reden ja viele. Da ist man für jedes Zeichen, und sei es selbst meteorologisch, ausgesprochen dankbar. Freilich, ob unsere Gesellschaft erneut zu prosperieren beginnt, ist nicht allein eine Frage des Bruttosozialprodukts, sondern mindestens ebenso eine Stimmungssache. Verdrossene Mienen in allen Himmelsrichtungen – woher soll der große Ruck da kommen ? Doch gemach, das neue Jahr bietet nicht nur eitel Sonnenschein, sondern ebenso heiter stimmenden Ausblick auf die saubere Trennung von Sonn- und Feiertagen. Nehmen wir nur den 1. Mai: Im Vorjahr ein Sonn-, diesmal ein Montag – der Kurzurlaub ist gesichert. Der 3. Oktober 2005 war als Montag akzeptabel, diesmal, als Dienstag, ist er kaum zu toppen: Mit Brückentag dreimal hintereinander frei. Auch dass beide Weihnachtstage auf Montag und Dienstag fallen, lässt Arbeitnehmer jauchzen, nicht zu vergessen der nächste 1. Januar: Ein Montag! Glänzende Aussichten, die ihre Wirkung auf Lebenslust und Arbeitslaune nicht verfehlen dürften. Bedenklich bleibt aber, dass so dem beschwingt-emsigen Schuften zugleich wertvolle Tage verloren gehe. Der Volkswirtschaft tut das gar nicht gut.

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