Berlin : FESTLICHE HÄNGEPARTIE

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Weihnachten beginnt Mitte November. Jedenfalls für die 33jährige Sabine, die mit ihren beiden Kindern Bonnie, vier, und Ryke, drei, zusammen wohnt. Dann nämlich wuchtet die Neuköllnerin „zwei Umzugskartons und ein paar kleine Kartons vom Hängeboden“. Das dauert, bis alles hängt. Unten im Haus an der Sonnenallee 37 leuchtet das Werbeschild des Ladens „Serhat Firini“, ein Stockwerk drüber erklimmt ein Weihnachtsmann den Balkon. „Den gab es bei Plus für 14,99 Euro. Letztes Jahr war der noch doppelt so teuer“, sagt Sabine. Die Figur hat sie „mit Strippe angeknüppert, das hält“. Das ganze Jahr über guckt die zweifache Mutter nach Sonderangeboten. Sabine steht nicht so auf klassisch weiß – „ich mag es gerne bunt. Und die Kinder haben einfach Freude daran“. Nur im Schlafzimmer sind die Fenster mit weißem Licht behängt, da passe das. Wenn sie schlafen geht, stellt sie das Leuchtfeuer aus. Die Stromrechnung? „Da gucken wir lieber nicht genau hin“, sagt sie. Und wenn sie und ihr Lebensgefährte richtig viel Geld hätten, was würden sie sich wünschen? Da leuchten die Augen. „Dann würden wir lebensgroße, beleuchtete Tonfiguren aufstellen.“ Doch vorerst fällt der Weihnachtswunsch pragmatisch aus. „Wir brauchen einen Trockner.“ Foto: Kai-Uwe Heinrich

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