FESTLICHER ADVENT: EXTRA FÜR LESER : Aus alter Zeit: Zu den Spielen ins Museum

Weiß alles über Pyramiden. Tina Peschel ist Kuratorin der weihnachtlichen Ausstellung in Dahlem. Foto: Thilo Rückeis
Weiß alles über Pyramiden. Tina Peschel ist Kuratorin der weihnachtlichen Ausstellung in Dahlem. Foto: Thilo Rückeis

UNTER PYRAMIDEN

„Schauen Sie mal, der Holdenstedter Engelstock, der ist bis zu sechs Meter hoch und absolut einmalig“, ruft Kuratorin Tina Peschel und steuert an traditionellen und modernen Weihnachtspyramiden vorbei auf ein wahrlich nicht zu übersehendes Gestell zu. Die mit grob geschnitzten roten Engeln, grünem Buchsbaum, Schäferfiguren und triumphalen Goldpapierfahnen eigenwillig geschmückte Pyramide hat sich im 19. Jahrhundert so nur in Holdenstedt in Sachsen-Anhalt entwickelt. So wie der mit kunterbuntem Papier umwickelte, über und über mit Korinthenketten und Pfefferkuchen behängte Hiddenseer Bügelbaum nur auf der Ostseeinsel üblich war und die von innen erleuchteten, mit Scherenschnitten beklebten Papiertrommeln der Sebnitzer Schattenspiele nur von kunstfertigen sächsischen Handwerkern gebaut wurden. Um die 100 verschiedene Pyramiden versammelt die Ausstellung „Weihnachtspyramiden – Tradition und Moderne“ im Museum Europäischer Kulturen in Dahlem. Und die Ethnografin Tina Peschel weiß ebenso kenntnisreich wie begeistert davon zu erzählen. „Was heute in den Berliner Weihnachtsstuben der Tannenbaum ist, war im 19. Jahrhundert die Perjemide.“ Egal ob Arbeiter oder wohlhabender Bürger, jeder hatte eine Weihnachtspyramide zu Hause. Die Pyramide „Berliner Manier“ ist ein mit Buchsbaum, Nüssen, Äpfeln oder auch biblischen Holzfiguren geschmücktes, mehrgeschossiges Gestell. Statisch, nicht kreisend wie die mit einem Flügelrad gekrönte Erzgebirgspyramide. Letztere ersetzten in der evangelisch geprägten Bergbauregion die süddeutsche, katholische Tradtion der Weihnachtskrippen, sagt Tina Peschel. Und natürlich sind sie reichlich in der Ausstellung vertreten. Mit stattlichen Exemplaren in italienischem Barock oder romantischem Ruinenlook. Auch lustig glöckelnde Blechpyramiden sind zu sehen. „Die waren früher oft ein Holzpyramidenersatz für arme Leute.“ Sie sind billig und robust und Kinder lieben das Geklingel. gba

Die Ausstellung im Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, Dahlem, läuft bis 3. Februar. Di-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr. Eintritt: 6 Euro, bis 18 Jahre frei.

EIN SÜSSES PROGRAMM:

PYRAMIDEN PLUS PRALINEN

Wie wäre es mit einem lehrreichen und leckeren Adventssamstag? Kuratorin Tina Peschel führt am Sonnabend, 15. Dezember, ab 14.30 Uhr eine Gruppe von 20 Lesern (Kinder ab 10 Jahren) eine Stunde lang durch die Weihnachtspyramiden-Ausstellung. Danach, ab 16 Uhr, geht es im Foyer des Museums weiter mit einer süßen Überraschung: In einem etwa eineinhalbstündigen Kursus des Catering-Unternehmens „Esskultur“ lernen die Besucher, weihnachtliche Pralinen herzustellen. Ein Tütchen Konfekt gibt es mit nach Hause. Kosten für Museumsbesuch, Führung und Schoko-Kursus: 12 Euro (bitte beim Kursus zahlen). Verbindliche Anmeldung mit Name, Adresse, Telefon ab sofort bis morgen, 12 Uhr, unter verlosungen@tagesspiegel.de (Betreff: Pyramiden und Pralinen). Die Plätze werden verlost, die Gewinnner per Mail benachrichtigt.

HISTORISCHES SPIELZEUG

IM MÄRKISCHEN MUSEUM Es gibt eine neue Dauerausstellung in Berlin, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Sie zeigt Historisches aus der Kinderstube, heißt „Kaiser, König, Bettelmann. Spielen in Alt-Berlin 1871–1933“ und wurde zum 1. Advent im Märkischen Museum Am Köllnischen Park 5 eröffnet.

Fast die ganze Welt en miniature kann man dort bewundern, von Käthe-Kruse-Püppchen über Blechautos bis zur Laterna Magica. Spannende Details zur Geschichte all dieser Spielzeuge erfahren 20 Leser bei einer Kuratoren-Führung durch die Schau am Sonntag, 16. Dezember, ab 15 Uhr. Anmeldung mit Name, Adresse, Telefon bis morgen unter verlosungen@tagesspiegel.de (Betreff: Spielzeug). Die Plätze werden verlost, die Gewinnner benachrichtigt.lei / CS

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag, 10-18 Uhr geöffnet.

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