Berlin : Fête de la Musique

Christine Lang

Sommeranfang! Der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres sind angebrochen. Die Berliner können sich heute nicht nur darüber, sondern auch über eines der tollsten Musikfeste des Jahres freuen: die Fête de la Musique. Seit elf Jahren wird in Berlin, wie in weiteren hundert Städten weltweit, mit diesem Fest die Sommersonnenwende gefeiert. Die Fête hat ihren Ursprung in Paris, dort initiierte der damalige französische Kulturminister Jack Lang 1982 die erste Fête de la Musique. Zum Glück wird sie inzwischen hierzulande von der Berliner Senatsverwaltung unterstützt. Auf etwa sechzig Bühnen überall in der Stadt finden kostenlose Konzerte und DJ-Gigs statt. Das musikalische Programm gewährt einen guten Überblick über die Berliner Musikszene und umfasst alle musikalischen Styles von Punk, Rock und Reggae über Hiphop bis Klezmer und Klassik. Das Programm beginnt um 14 Uhr, geht open air bis 23 Uhr und wird in der Nacht mit der Fête de la Nuit in den Clubs fortgesetzt. Natürlich kann man sich nur einen Bruchteil der 370 – übrigens ohne Gage auftretenden – Bands anhören. Entweder geht man auf Entdeckungsreise oder schaut sich gezielt einige Konzerte an.

Zwei Bands sind auf jeden Fall empfehlenswert: Das in Berlin ansässige, halb-britische Duo Neonman plus Drummer spielt sehr tanzbaren, anglophilen Disco-Electro-Punk mit Texten über den Bundesnachrichtendienst oder Feminismus. Vor vier Monaten haben sie ihr erstes Album auf dem Berliner Label Pale Music veröffentlicht, auf dem sich unter anderem drei dancige Remixe von Warren Suicide, Shapemod and The Scandals finden. Sie spielen auf der Bühne des Restaurants Kuchen Kaiser am Oranienplatz. Kreuzberg ist auch in diesem Jahr der Bezirk mit den meisten Bühnen, eine weitere befindet sich auf dem Lausitzer Platz. Hier tritt am späteren Abend die Band Rich and Kool auf. In Berlin sind sie keine Unbekannten mehr, sie haben bereits im Kinzo, Rio, Maria, Watergate und im WMF gespielt. Rich and Kool sind ein Quartett mit internationaler Besetzung. Sänger Rich ist Franzose, Bassist und Rapper Serge Kool Amerikaner, Drummer James DNA aus dem Rheinland, nur der Gitarrist Nachlader wohnt schon ewig in Berlin.

Seit 2002 ist die Band mit Rave-Kappen auf dem Kopf Bestandteil der Berliner Szene, ihr mitreißender DiscoPunk-Trash-Pop-Rock-Sound klingt manchmal ein wenig wie Mediengruppe Telekommander mit Eminem-Rap. Vielleicht wird es eine der letzten Möglichkeiten, sie als noch unbekannte Band anzuhören. Sie bewerben sich nämlich gerade um „Starthilfe von Motor FM“, einen Nachwuchspreis für Bands aus Berlin und Brandenburg. Wenn das was wird, könnten sie schnell einen Karrieresprung machen.

Heute ab 14 Uhr überall im Stadtgebiet: Fête de la Musique, vollständiges Programm unter: www.fetedelamusique.de / 19 Uhr Neonman, Bühne Oranienplatz (www.neon-man.com) & 21:30 Uhr Rich and Kool, Bühne Lausitzer Platz (www.richandkool.de) ) / und um 20:10 Uhr spielt die Rockband EL*KE auf der Bühne der Museumsinsel.

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