• Fett absaugen für Deutschland - bizarrer Kampf gegen Reformstau Operation Protest: Arzt startet Aktion auf dem Potsdamer Platz

Berlin : Fett absaugen für Deutschland - bizarrer Kampf gegen Reformstau Operation Protest: Arzt startet Aktion auf dem Potsdamer Platz

Heiko Wiegand

Sie wollten sich schon immer mal mitten auf dem Potsdamer Platz unter Vollnarkose Fett absaugen lassen? Kein Problem! Nur: Planen Sie ein wenig Wartezeit ein. Denn für die Aktion des Arztes Johannes Bruck am kommenden Samstag ab 12 Uhr haben sich schon mehrere Interessentinnen gemeldet. Unter dem Motto „Fett absaugen für Deutschland“ hat der Chefarzt des Martin-Luther-Krankenhauses eigens einen Rettungswagen der Bundeswehr angemietet, um mitten in Berlin gegen den Reformstau in Deutschland zu protestieren. Bruck kämpft Seit’ an Seit’ mit dem jüngst gegründeten „Verein zur Förderung von Reformen in Deutschland“, der zur Demo einlädt.

Ironische Protestform, ernste Ziele: Die Leute um den 45-jährigen Arzt Michael Krug aus Alt-Tegel wollen einen Spitzensteuersatz von 35 Prozent, einen Rentenbeitrag von neun Prozent, eine generell private Krankenversicherung für alle, allerdings abgefedert für sozial Schwächere. Und das alles in einer Legislaturperiode – egal unter welcher Regierung.

Gegenfinanziert werden soll das Ganze durch die Abschaffung sämtlicher Abschreibungsmöglichkeiten.

Michael Krug glaubt, dass das klappen kann und meldete die Demo schon mal an. Geschätzte Teilnehmerzahl: 3000 Menschen. Und die sind für Samstag eingeladen, ihren Beruf möglichst ironisch darzustellen. So wie der Bauunternehmer, der am Samstag „Deutschland in Beton gießen“ möchte. Oder der Bauer aus Beelitz, der einen Misthaufen auffährt, oben drauf das Schild „Die deutsche Steuer- und Sozialgesetzgebung“. Bäcker wollen kleine Brötchen backen und Schreiner dünne Bretter bohren.

Ab Februar geht die provokative Kampagne auf Deutschland-Tournee. „Wir erwarten später mal 10 000 Menschen pro Demo“, gibt sich Krug optimistisch. Angesprochen fühlen sollen sich übrigens alle Bevölkerungsschichten: Mitglieder von SPD, CDU und FDP haben sich bei den Reformförderern zusammengefunden: „Schließlich sollen auch alle davon etwas haben.“

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