Berlin : Feuer bei illegaler Technoparty

Einladung wurde über Facebook verschickt

Für ihre konspirativ organisierten, illegalen Parties in leer stehenden Gebäuden ist die Berliner Underground-Szene bekannt. In der Nacht zu Freitag nahm ein solches Fest in Mitte jedoch ein gefährliches Ende. Gegen 0.40 Uhr entdeckten Polizisten Flammen im Dachgeschoss der Kühlhalle der alten Eisfabrik in der Köpenicker Straße und alarmierten die Feuerwehr. In einer Lagerhalle daneben feierten zu dieser Zeit rund 500 Partygänger zu lauter Musik. Einige mussten die Beamten sogar von den Dächern des Komplexes holen. Eine Stunde brauchten die Einsatzkräfte, um den Brand zu löschen. Die Polizei räumte das Gelände und nahm die Personalien von vier 19 bis 22 Jahre alten Männern auf, die die Veranstaltung organisiert haben sollen. Gegen sie wird wegen Hausfriedensbruchs ermittelt, da sie offenbar den Zaun um das Grundstück öffnen ließen. Verletzt wurde niemand. Die genaue Ursache für das Feuer untersuchen jetzt Spezialisten des Brandkommissariats.

Normalerweise achten Veranstalter derartiger Parties sehr genau auf die Geheimhaltung und auch die Sicherheit bei ihren Feiern. Oft gibt es nur kleine Zettel auf denen ein Schleusungspunkt angegeben wird, von dem aus die Besucher dann zum eigentlich Partyort gebracht werden.

Die Party vom Donnerstag, die unter dem Namen „Tanzeuphorie an der Spree“ angekündigt war, scheint aber von blutigen Anfängern organisiert worden zu sein. In einschlägigen Internetforen schimpft die Szene bereits über die dilettantischen Veranstalter. „Wie viel Dummheit braucht es eigentlich, eine illegale Party über Facebook zu promoten?“, schreibt ein User. Andere sind über die schlechte Musikanlage und vor allem darüber wütend, dass – anders als üblich – Eintritt für das Fest genommen wurde. „Die haben gedacht: ,Ey, zocken wir Ferienkids doch mal die anderen Ferienkids mit 3 Euro Eintritt ab‘ und dann brennt noch das Gebäude“, beschwert sich ein Nutzer.

Der denkmalgeschützte Komplex gehört zu den ältesten noch erhaltenen Eisfabriken Deutschlands. Bis 1995 war sie in Betrieb. Zeitweise sollte das Gebäude abgerissen werden. Seit einigen Jahren engagiert sich eine Bürgerinitiative für die Erhaltung und fordert dort die Einrichtung eines Kulturzentrums. jra

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