Berlin : Feuer bei Karstadt: Brand in der Steglitzer Filiale des Kaufhauses

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Bei einem Brand im Karstadt-Kaufhaus an der Steglitzer Schloßstraße entstand gestern früh kurz nach 7 Uhr Sachschaden in bisher nicht bekannter Höhe. Das Feuer wurde durch einen technischen Defekt in einem Versorgungsschacht ausgelöst. Zu diesem Zeitpunkt war das Haus für die Kundschaft noch nicht geöffnet. Verletzt wurde niemand. Als das Feuer ausbrach, waren rund 100 Beschäftigte - Reinigungskräfte und Hilfspersonal, das die Regale auffüllte, - im Haus. Die Mehrzahl konnte sich selbst in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr brachte lediglich zwei Personen aus dem verqualmten Haus ins Freie. Das Haus blieb gestern geschlossen, wird aber heute um 9.30 Uhr wieder geöffnet.

Die Untersuchungen zur Brandursache dauerten gestern Nachmittag noch an. Das Feuer war in einem Versorgungsschacht im Treppenhaus ausgebrochen. Er brannte nach Auskunft eines Feuerwehrsprechers von der ersten bis zur vierten Etage in voller Ausdehnung. In dem Schacht verlaufen neben den Strom- und Entlüftungsleitungen auch die Kabel für die Datenverarbeitung des Hauses. Durch den Brand brach auch die Stromversorgung zusammen.

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Durch das Feuer verqualmte das gesamte Treppenhaus. Lediglich im ersten Stockwerk drang nach Auskunft eines Feuerwehrsprechers auch Qualm in die Verkaufsräume, als die Feuerwehr die Treppenhaustür öffnete, um die Löschschläuche hindurchzulegen. Auch vom Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheit und technische Sicherheit (Lagetsi) hielten sich Mitarbeiter mehrere Stunden lang an der Brandstelle auf. Nach dem ersten Eindruck der Experten wurden bei dem Brand der Kabelumhüllungen keine Giftstoffe freigesetzt.

Ein Sprecher des Landesamtes sagte gestern, ein hauseigener Karstadt-Chemiker habe gestern das Gebäude auf möglicherweise freigesetzte Giftstoffe überprüft. Nach Karstadt-Angaben verliefen die Messungen negativ. Dennoch tausche man alle offenen Lebensmittel aus, sagte gestern Karstadt-Pressesprecher Elmar Kratz in der Essener Zentrale.

Wäre das Feuer während der Verkaufszeit ausgebrochen, hätte nach Auffassung Kratz keine Gefahr für die Kunden bestanden. Bei Brandausbruch wären die Mitarbeiter über die Haussprechanlage über eine "Betriebsstörung" informiert worden, wegen der das Haus geräumt werden müsse. Die Verantwortlichen für die jeweiligen Etagenbereiche hätten dann darauf geachtet, dass die Verkaufsräume tatsächlich leer sind. Das Personal unterliege regelmäßigen Brandschutzübungen. Innerhalb von 10 bis 12 Minuten könne ein Kaufhaus geräumt sein.

Nach Auskunft der Feuerwehr gehören nicht nur Rauchmelder, sondern auch Sprinkler zur Standardausstattung eines Kaufhauses. Die Sprinkleranlage wurde gestern zwar nicht ausgelöst, aber sie hätte im Fall eines Brandes zur Verkaufszeit durchaus geholfen, das Feuer einzudämmen und den Kunden die Zeit zu verschaffen, das Gebäude zu verlassen. Außerdem gibt es Brandschutztüren, die zugeschoben werden, und Teile der Verkaufsfläche abriegeln. So können bestimmte Brandabschnitte geschaffen werden, von denen aus das Feuer bei geschlossenen Türen nicht auf andere Bereiche übergreifen kann.

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