Berlin : Feuer frei!

Stefan Jacobs

Gerade neun Jahre ist es her, dass die ersten Miniermottenlarven schüchtern in Berlins Kastanienblätter bissen. Bald fraßen die Einwanderer aus Südosteuropa die Bäume in einem Tempo kahl, dass dem Volk nur der ängstliche Ruf nach der weisen Politik blieb. Die hat nach mehrjähriger Forschungsarbeit gestern zurückgerufen. Flotter fegen!, lautet die Parole.

Während der Klimawandel die Motten weiter nordwärts trägt, sollen wir ihnen also die Harke zeigen. Bald werden uns die ersten Bilder von Eisbären erreichen, die traurig auf braunen Kastanienblättern herumkauen. Wir aber werden fegen, auch wenn uns der Feinstaub in der Nase juckt und uns die Augen tränen wegen der eingeschleppten Ambrosia. Von den vorrückenden Wolfsrudeln ganz zu schweigen. Sie stehen schon in der Lausitz, kaum 100 Kilometer von hier.

Was haben wir gelacht, damals, als FDP-Fraktionschef Martin Lindner im vergangenen Sommer zum Flammenwerfer griff, um das Unkraut vor dem Abgeordnetenhaus zu vernichten. Doch der Liberale war uns wieder mal voraus . Er wusste als Erster, wie man sich die feindliche Umwelt vom Hals hält. (Seite 14)

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