Berlin : Feuer im Aufzug: Frau schwer verletzt

cs

Der Aufzug bleibt stecken, Rauch zieht in die Kabine, aus der Deckenverkleidung tropft flüssiger Kunststoff - dieser Albtraum wurde am vergangenen Sonnabend in einem Mietshochhaus an der Storkower Straße in Lichtenberg Wirklichkeit. Eine 67jährige Frau erlitt bei dem Unglück lebensgefährliche Brandverletzungen.

Sie war alleine unterwegs, als der Lift nach Auskunft der Polizei gegen 19.10 Uhr zwischen der 13. und 14. Etage vermutlich durch einen Kurzschluss stoppte. Es gelang ihr noch, Alarm auszulösen - die Hausmeister ließen die Kabine daraufhin vorsichtig zum 13. Stockwerk hinab. Doch sie konnten offenbar die Kabinentüre nicht öffnen, weshalb Feuerwehrleute mit dem Brecheisen anrückten. Hinter der Türe entdeckten sie die bewußtlose Frau.

Die Ursache des Kurzschlusses war gestern völlig unklar. Da Kunststoffteile der Kabine teilweise brannten und schwelten, habe es sich vermutlich um einen Defekt in der Kabinenelektrik gehandelt, mutmaßten Feuerwehrleute. Einen wichtigen Hinweis, weshalb sich der Kurzschluss zum Brand ausweitete, könnte das Herstellungsdatum des Aufzuges geben. Es war aber gestern nicht zu ermitteln. Handelt es sich um einen Lift aus DDR-Zeiten, so könnte er noch brennbare Materialien enthalten. Bei Aufzügen, die nach West-Standards hergestellt sind, sei dies ausgeschlossen, versicherten auf Anfrage mehrere Aufzugs-Notdienste.

Dennoch lassen sich nach ihrer Erfahrung auch in modernen Aufzugsanlagen Brände nicht gänzlich ausschließen. Als Gefahrenquelle sehen sie beispielsweise Zigarettenkippen, Papiere und anderen Kleinmüll an, der durch Ritzen an der Aufzugstüre in den Schacht hinunterfällt oder geworfen wird. "Sie glauben gar nicht, welcher Unrat oft am Schachtboden liegt", sagt ein Techniker. "Eine glühende Kippe setzt das alles schnell in Brand."

Boulevard Berlin:
Was die Stadt bewegt...

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben