Berlin : Feuer im U-Bahntunnel: Giftiger Rauch im Bahnhof Kleistpark

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Ein Kabelbrand im Tunnel am U-Bahnhof Kleistpark hat am Dienstag für zwei Stunden den Verkehr auf der Linie 7 zwischen den Bahnhöfen Berliner Straße und Möckernbrücke lahmgelegt. Die Bahnhöfe Kleistpark und Eisenacher Straße wurden wegen des giftigen Qualms vorübergehend von der Polizei gesperrt. Eine Gefährdung von Menschen bestand nach Auskunft von BVG-Sprecherin Barbara Mansfield aber zu keiner Zeit. Die BVG beförderte ihre Fahrgäste zwischen 10 und 11.30 Uhr ersatzweise mit Bussen. Die Ursache des Brandes ist bisher ungeklärt.

Durch den Rauch, der gegen 9.30 Uhr aus dem Tunnel auf den Bahnsteig quoll, gerieten die Fahrgäste eines einfahrenden Zuges Richtung Spandau nach Schilderung eines Zeugen in Panik. "Nachdem der Zug zum Halten gekommen war, verließen die Fahrgäste fluchtartig die Wagen, weil sie befürchteten, der Brand habe die U-Bahn erfasst", berichtet der BVG-Kunde Frank Jödecke, der auf dem Bahnsteig wartete. Der Zugführer hingegen bemerkte nach Jödeckes Darstellung nichts vom Qualm am Ende des Wagens und wollte den Zug routinemäßig abfertigen. "Da war niemand von der BVG auf dem Bahnsteig, der den Brand überhaupt bemerkt hat", kritisiert Jödecke. "Das ist eine eklatante Sicherheitslücke." Nach seiner Darstellung blieb der Zug nur deswegen stehen, weil eine Frau in ihrer Panik in der sich schließenden Waggontür hängenblieb. Erst dadurch sei der Zugführer auf den Rauch aufmerksam geworden.

BVG-Sprecherin Mansfield weist die Vorwürfe vehement zurück. "Der Zugfahrer bemerkte den Rauch schon bei der Einfahrt und bat seine Fahrgäste, den Wagen zu verlassen", sagt sie. Daraufhin habe er sich einen Feuerlöscher geschnappt und gemeinsam mit einem zufällig anwesenden technischen BVG-Mitarbeiter den Brand gelöscht. Die Darstellung des Augenzeugen weist Mansfield als "Phantasiegeschichte" zurück. Zwar treffe es zu, dass es auf dem Bahnhof Kleistpark keine Abfertiger auf dem Bahnsteig mehr gebe und die Anlage nur per Video überwacht werde. Die Sicherheit der Fahrgäste sei dadurch aber keineswegs geringer. "Was hätte denn ein Abfertiger in seinem Häuschen machen sollen, wenn es im Tunnel qualmt?", fragt sie. "Der würde einen Brand doch noch viel später mitbekommen als der Zugführer."

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