Berlin : Feueralarm in der U 5

Werner Schmidt,Klaus Kurbjuweit

Qualmende Bremsbeläge eines U-Bahnzuges lösten am Donnerstag einen Großeinsatz der Feuerwehr aus. Drei erwachsene Fahrgäste und ein Kind kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Nach Auskunft der BVG hatten sich durch einen technischen Defekt an einem Zug der Linie 5 die Bremsen festgefahren. Der durch die heißgelaufenen Bremsen entstandene Qualm zog in die Waggons. In einem verqualmten Wagen traten die Fahrgäste Fenster ein und retteten sich durch die Öffnung in den Tunnel.

"Feuer in der U-Bahn". Dieser erste Notruf alarmierte gestern Mittag kurz nach 14.30 Uhr die Feuerwehr, die mit zwölf Wagen zum Bahnhof Frankfurter Allee der Linie U 5 in Friedrichshain raste. Eingreifen musste sie jedoch nicht mehr. Nach Angaben des Betriebsleiters U-Bahn der BVG, Kurt Beier hatte sich an einem Zug der älteren Baureihe DL langsam die Bremse festgefahren. Gebrannt habe es nicht. Durch ein noch nicht lokalisiertes Leck in der Bremsleitung war Druckluft entwichen und die Bremsen hatten sich im Lauf der Zeit zugezogen. Wegen des vermeintlichen Brandgeruchs und des Qualms hatte nach ersten Informationen ein Fahrgast über sein Mobiltelefon die Feuerwehr alarmiert. Ein weiterer hatte über den zuginternen Notruf den Zugführer benachrichtigt, sagte Beier. Dieser habe daraufhin den Fahrstrom abgeschaltet. Die insgesamt etwa 100 Passagiere des Zuges, der rund 100 Meter weit im Tunnel Richtung Alexanderplatz stehengeblieben war, wurden von der Feuerwehr entweder über Notausstiege im Tunnel in Sicherheit gebracht oder mussten zu Fuß zum Bahnhof zurückgehen.

Vier Fahrgäste wurden von der Feuerwehr vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der BVG bestand zu keiner Zeit eine Gefahr für die übrigen Fahrgäste der U 5. Der Zugverkehr war bis zum späten Nachmittag unterbrochen. Auch die Frankfurter Allee war während des Feuerwehreinsatzes zeitweise vollständig für den Verkehr gesperrt. Am Nachmittag kam es zu erheblichen Behinderungen.

In letzter Zeit hatten mehrere Vorfälle der BVG zu schaffen gemacht. Im Juli 2000 war auf dem Bahnhof Deutsche Oper der Wagen eines Zuges wegen eines Schadens am Stromabnehmer ausgebrannt. Über 20 Menschen erlitten bei dem Feuer Rauchvergiftungen. Nachdem ein Jahr später ein ähnlicher Schaden in einem unbesetzten Zug entstanden war, nahm die BVG die betroffene Baureie G ("Gisela") aus dem Verkehr.

Wenige Tage zuvor hatte ebenfalls ein schadhafter Stromabnehmer an einem Zug der Reihe D auf dem Bahnhof Afrikanische Straße in Wedding einen Kurzschluss verursacht. Dabei waren Kabelisolierungen und Plastikteile am Wagenboden in Brand geraten. Auch die Bremsleitung wurde beschädigt. Die Folge: Der Zug blieb im Tunnel stehen. Weil die Türen des Zuges verschlossen waren, schlugen Fahrgäste die Fenster ein und brachten sich so in Sicherheit.

Mit dem Schrecken kamen die BVG-Kunden Mitte Juli davon, als im Tunnel der U 6 zwischen Kochstraße und Stadtmitte eine Holzkiste in Brand geriet. In der Kiste wurde früher Werkzeug aufbewahrt. Bis heute ist ungeklärt, wodurch der Brand ausgelöst worden war.

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