Berlin : Feuertod hinter alten Mauern

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Ein 59-jähriger Mann ist gestern Mittag bei einem Brand in seiner Wohnung im Hinterhaus an der Schuhstehrusstraße 13 in Charlottenburg gestorben. Die Feuerwehr fand den Toten im Badezimmer der Hausmeisterwohnung im ersten Obergeschoss.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg Das Feuer war offenbar im Wohnzimmer ausgebrochen, die Ursache gestern noch unklar. Anwohner hatten gegen 11 Uhr die Feuerwehr benachrichtigt. Sie musste erst die Eingangstür des unter Denkmalschutz stehenden Vorderhauses aufbrechen, dann die Tür zum Hof. Für den Hausmeister kam jede Hilfe zu spät. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt die Brandursache. Bei dem Vorderhaus handelt es sich um das älteste Gebäude Charlottenburgs.

Errichtet wurde das eingeschossige Haus zwischen 1712 und 1715 nach einem Entwurf des preußischen Baumeisters Eosander von Göthe. Es gehört zum Umfeld des Schlosses - das Schloss Charlottenburg liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt - und diente als Bürgerhaus und Gasthof. Es beherbergt jetzt das Heimatmuseum Charlottenburg und ein Atelier.

Das denkmalgeschützte Haus wurde in den vergangenen Jahrzehnten aufwändig restauriert, das Hinterhaus, in dem es jetzt brannte und das von der Straße aus nicht zu sehen ist, blieb dagegen schmucklos. Das Gebäudeensemble war am Heiligen Abend 1983 Ziel eines illegalen Abrissversuchs und wurde dabei stark beschädigt.

Mit einem Schauffellader war damals versucht worden, das Baudenkmal abzureißen. Anwohner stoppten die Nacht-und-Nebel-Aktion. Das Gericht ahndete die illegale Aktion Jahre später mit Geldbußen für die Verantwortlichen. Sie wurden außerdem dazu verurteilt, die Kosten für den Wiederaufbau zu tragen.

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