Berlin : Feuerwehr: 2006 gab es erheblich weniger Brandtote

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Die Kampagnen von Feuerwehr, Polizei und Behörden für mehr Brandsicherheit in Gebäuden und einen vorsichtigeren Umgang mit Zigaretten oder Kerzen zeigen offenbar Wirkung: Die Zahl der Menschen, die bei Bränden ums Leben kamen, ist 2006 im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen. In diesem Jahr gab es bisher 28 Brandtote, 2005 waren es 44. Auch die Zahl der Brände nahm in Berlin in den vergangenen Jahren leicht ab – von 8600 Einsätzen beispielsweise im Jahr 2003 zu hochgerechnet 7529 in diesem Jahr.

Die meisten Brandtoten starben durch eine Rauchvergiftung im Schlaf bei kleineren Schwelbränden, ausgelöst von glimmenden Kippen oder ungelöschten Kerzen. „Mit einem Rauchmelder an der Decke hätten viele wahrscheinlich überlebt“, sagt der neue Feuerwehrchef Wilfried Gräfling. Deshalb haben Berlins Brandschützer schon vor drei Jahren eine Werbekampagne für die etwa handtellergroßen, ab zehn Euro erhältlichen Elektronikgeräte gestartet, die von einer bestimmten Rauchkonzentration an unüberhörbar schrill pfeifen.

Überrascht hat die Feuerwehr nun das „erfreuliche Ergebnis“ einer gerade abgeschlossenen Untersuchung: Danach sind inzwischen rund 35 Prozent aller Berliner Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet, vor sechs Jahren waren es nur etwa sieben Prozent. Dazu beigetragen haben auch mehrere Wohnungsbaugesellschaften, die ganze Häuserblocks auf eigene Kosten mit Rauchmeldern ausrüsten ließen.

Dass sich die Zahl der Brände in Berlin in den vergangenen zehn Jahren um mehr als ein Viertel verringerte, führt der Landesbranddirektor zum einen auf „brandschutztechnische Verbesserungen“ in vielen Altbauten zurück wie modernisierte Elektroleitungen oder zeitgemäße Heizungen statt Kohleöfen. 1996 wurden in der Stadt noch mehr als 200 000 Wohnungen mit einzelnen Kohleöfen beheizt, heute sind es nur noch rund 50 000.

Zusätzlich hätten auch die vielen Aufklärungsaktionen geholfen. So gingen speziell ausgebildete Feuerwehrleute auch 2006 in die Schulen. Sie führten rund 10 000 Schülern vor, wie sie Brandgefahren zu Hause vermeiden können.CS

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