Berlin : Feuerwehrchef Broemme: Berliner Tunnel bieten Sicherheit

WERNER SCHMIDT

Die Berliner Autobahntunnel sind nach Meinung von Experten relativ sicher.Zwar kann ein Brand nach einem Unfall keinesfalls ausgeschlossen werden, die möglichen Folgen werden aber als deutlich ungefährlicher angesehen, als die nach den Katastrophen im österreichischen Tauerntunnel oder im französischen Montblanc-Tunnel.Im Gegensatz zu diesen Alpentunneln verfügen sie in Berlin über jeweils eine Röhre pro Fahrtrichtung und sind zudem noch durch eine stabile Wand getrennt.In den Wänden sind zahlreiche nicht verschlossene Verbindungstüren vorhanden, so daß Rettungskräfte notfalls auch durch die zweite, vom Unfall nicht betroffene Tunnelröhre zum Unfallort vordringen und Opfer sich dadurch auch in Sicherheit bringen können.



Noch wichtiger für die Sicherheit ist aber: Der mit rund 1100 Metern längste Berliner Tunnel unter dem Flughafen sowie der Tunnel unterhalb der Wohnbebauung Schlangenbader Straße in Wilmersdorf sind beide für Gefahrguttransporte gesperrt.Sowohl in Österreich als auch in Frankreich hatten Lastwagen, im ersten Fall mit Lackfarben beladen, im zweiten mit Margarine, die Katastrophen ausgelöst.Zudem verfügen die Unterführungen in der Stadt über zahlreiche Notausstiege, durch sich im Falle eines Unglückes Autoinsassen in Sicherheit bringen können.

"Unsere Tunnel sind außerdem deutlich kürzer als die Alpentunnel, so daß der Rauch bei einem Brand auch schneller abziehen kann," sagte Landesbranddirektor Albrecht Broemme." Die Feuerwehr verfüge über große Ventilatoren, mit denen der Rauch aus dem Tunnel geblasen werden könnte.Derartige Ventilatoren können aber nicht in den Alpentunnel eingesetzt werden, denn sie vermögen nichts gegen die starken Luftströmungen in den Bergtunneln auszurichten, sagte Broemme.Aber grundsätzlich gehörten "Gefahrgut-Transporte nicht in einen Tunnel".

Ein weiterer Vorteil der Berliner Straßentunnel ist ihre flache Decke, durch die Hitze schneller abgeleitet wird, als in Bergtunneln mit oft kilometerdicken Gesteinsschichten über der Röhre.Allerdings könne sich die flache Bauweise der hiesigen Tunnel bei einem Großbrand auch als gefährlicher Nachteil herausstellen, denn Beton halte derart hohen Temperaturen, wie sie bei Tunnelbränden enstehen können, nicht stand.Die Folge: Die Decke kann einstürzen.

Allerdings werden bereits in der Planungsphase eines Tunnels hohe Sicherheitsvorkehrungen getroffen, sagte die Sprecherin des Bausenators, Petra Reetz.Es gebe genau Meßwerte, an welcher Stelle die Belüftung zu sitzen habe, und für den im Bau befindlichen Tiergartentunnel sei parallel zum Debis-Hochaus am Potsdamer Platz ein hohes Entlüftungsrohr vorgesehen.

Für Feuerwehrchef Broemme sind Brandeinsätze in Tunneln ein größeres Problem als bei Hochhäusern.Im Tunnel kämen Hitze und Rauch den Löschmannschaften entgegen, bei Hochhausbränden bahne sich beides den Weg nach oben, also weg von den Löschmannschaften, die in der Regel von unten gegen den Brandherd vorgehen.

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