Berlin : Feuerwehrchef warnt vor gefährlichen Knallern

Heute startet Verkauf der Silvester-Böller: Wieder illegale Ware auf dem Markt Beim letzten Jahreswechsel gab es zwei Schwerverletzte – darunter ein Baby

Tanja Buntrock

Heute startet der Verkauf von Feuerwerkskörpern in den Läden – und auch die Feuerwehr bereitet sich auf die einsatzreichste Nacht des Jahres vor. Dabei hofft sie, dass ihre Plakat-Kampagne „Finger weg von Böllern“ auch in diesem Jahr Wirkung zeigt. Erste Erfolge seien erkennbar, wie Berlins Feuerwehrchef Winfried Gräfling gestern sagte. Die Zahlen der Schwerverletzten und der Brände in der Silvesternacht sinken seit Beginn der Aktion vor drei Jahren: Hatte es in früheren Zeiten pro Jahreswechsel noch rund 500 Verletzte und darunter sechs bis acht Schwerverletzte gegeben, so seien es beim Jahreswechsel 2005/2006 „nur“ 130 Menschen gewesen, die durch Feuerwerkskörper zu Schaden gekommen waren. Zwei davon allerdings schwer, darunter ein Baby – jemand hatte einen Böller in einen Kinderwagen geworfen.

Von den rund 1000 Einsätzen in der vergangenen Silvesternacht musste die Feuerwehr zu 300 Bränden ausrücken. Doch „sichere Zahlen“, wie es Gräfling nennt, werde es erst zu diesem Jahreswechsel geben: Erstmals zählen die Vivantes-Kliniken in einer eigenen Statistik die Verletzten durch Feuerwerkskörper.

Der falsche Umgang mit Pyrotechnik kann lebensgefährlich werden: Vor allem dann, wenn „Schwarzmarkt-Ware“, zum Beispiel sogenannte Polen-Böller gezündet werden. Diese Knaller, die oft illegal aus Polen nach Deutschland eingeschmuggelt werden, sind nicht selten „mit richtigem Sprengstoff gefüllt und haben dann die Sprengkraft einer Granate“, erklärt Gräfling. Doch auch bei den von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zugelassenen Böllern seien unbedingt die Sicherheitshinweise zu beachten (siehe Kasten).

Wie Silvester üblich, stellen sich die 1500 Feuerwehrleute auf zwei „Spitzen-Zeiten“ ein: Die erste beginnt kurz nach Mitternacht. „Da geht die Zahl der Einsätze plötzlich rapide rauf“, sagt Gräfling. Meistens sind es kleinere Brände: Vom entflammten Papierkorb bis zum Wohnzimmerbrand. Alle 60 Notruf-Leitungen seien dann häufig belegt. Wer nicht sofort durchkommt, der solle auf jeden Fall in der Warteschleife nicht auflegen. „Bei ernsten Notfällen können auch Busfahrer, Taxifahrer oder die Polizei die Feuerwehr per Funk alarmieren.“

Die zweite Hochphase beginnt für die Helfer ab drei Uhr morgens: Dann sind es die Betrunkenen, die der Feuerwehr Arbeit machen: Mit steigendem Alkoholkonsum endet nämlich so manche Party in einer Schlägerei.

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