Berlin : FHTW: Technik-Fachhochschule nach Oberschöneweide?

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Eine Entscheidung über den künftigen Standort der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) muss bis Ende des Monats getroffen werden. Dazu hat jetzt das Abgeordnetenhaus den Senat aufgefordert. Wie berichtet, gibt es seit Jahren Streit um einen zentralen Campus. Dieser ist aber notwendig, damit die rund 8000 Studenten nicht mehr quer durch die Stadt zu ihren Vorlesungen fahren müssen. Denn bislang nutzt die Fachhochschule Gebäude an fünf verschiedenen Standorten. Ob sich die FHTW künftig ausschließlich an der Karlshorster Treskowallee ansiedelt oder auf dem Gelände des ehemaligen Kabelwerkes Oberspree an der Wilhelminenhofstraße, bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall stehen die Chancen für das Oberschöneweider Areal ganz gut. Denn sowohl die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als auch Vertreter von Institutionen und Hochschulen, die vergangenes Jahr an einer Expertenanhörung zu diesem Thema teilnahmen, favorisieren das Köpenicker Gelände. Begründet wird das unter anderem mit der attraktiven Lage am Wasser sowie den vielen sanierten Wohnungen in Oberschöneweide, die für Studenten besonders preiswert seien. Zudem würde man dort weitgehend ohne Neubau auskommen, erklärt Michael Wend von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. In Karlshorst müsste dagegen beispielsweise ein Hochhaus errichtet werden.

Die Befürworter der "Oberschöneweider Variante" werden jetzt noch zusätzlich bestärkt. Denn ein von der Stadtentwicklungsverwaltung beauftragtes Gutachten zur Untersuchung "einer möglichen Rückzahlung von Fördergeldern" kommt zu dem Ergebnis: Das Land Berlin habe einen ausreichenden rechtlichen Handlungsspielraum und könne die Berliner Landesentwicklungsgesellschaft (BLEG) von einer Rückzahlung freistellen. Die rund 100 Millionen Mark seien nicht zweckentfremdet worden. So würde unter anderem bei einer Ansiedlung in Oberschöneweide durch die FHTW lediglich ein Drittel der vorhandenen Fläche in Anspruch genommen, der Rest diene gewerblichen Zwecken, heißt es. Die BLEG hat in den vergangenen Jahren das Areal an der Wilhelminenhofstraße beräumt, erschlossen und saniert.

In den nächsten Tagen gibt es Gespräche auf Staatssekretärs-Ebene über den künftigen Standort.

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