Berlin : Fieberkurve

Andreas Conrad

glaubt nicht an weitere arabische Patienten Das Bild vom orientalischen Basar, wie es sich Indiana Jones oder Kara Ben Nemsi aus eigener Anschauung machten, war alles andere als vertrauenserweckend: Ein Ort, wo man fliegende Teppiche angeboten bekommt, die sich dann doch als fluguntauglich erweisen; an denen man stets gewärtig sein muss, dass turbangeschmückte Vollbartträger krummsäbelschwingend aus Häuserhöhlen stürzen; wo man immerhin auf der Flucht in einem Harem landen kann, zur Freude der versammelten Damen wie auch des Flüchtigen. Nun, so ist es doch wohl nicht ganz. Um so betrüblicher, dass sich genau solch ein Bild vom hiesigen Medizinmarkt in den arabischen Köpfen festgesetzt zu haben scheint. Zugegeben, nur in übertragenem Sinne. Aber der unter Scheichs offenbar verbreitete Eindruck, man werde hier unter dem Vorwand paradiesischer Heilmethoden bis aufs Hemd ausgezogen, muss ja irgendwoher kommen. Was also tun? Die Preise reduzieren? Können wir uns nicht leisten. Mengenrabatt? Noch weniger. Der Vorliebe arabischer Patienten für englischsprachige Klinikorte durch ausgedehnten Unterricht in eben diesem Zungenschlag entgegenkommen? Wir schaffen es ja nicht mal, allen Berlinern Deutsch beizubringen. Kurz: Ein hoffnungsloser Fall.

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