Berlin : Filme hören statt sehen

-

STADTMENSCHEN

Sie helfen blinden und sehbehinderten Menschen dem Geschehen zu folgen: So genannte Hörfilme, in denen eine Stimme beschreibt, was gerade passiert. Audiodeskription heißt das Fachwort dafür. Unter der Schirmherrschaft von Mario Adorf wurde am Dienstag im Atrium der Deutschen Bank zum zweiten Mal der Hörfilmpreis verliehen. Für ihr großes Engagement ging die Auszeichnung in gleichen Teilen an die Berlinale, die Firma Kino Home Entertainment GmbH und Sat.1. „Der Preis soll gleichzeitig Ehrung und Ansporn zum Weitermachen sein“, sagte Jürgen Lubnau , Präsident des Deutschen Blinden und Sehbehindertenverbandes e.V. (DBSV). Er wünscht sich, dass in Zukunft jeden Tag ein Film mit Audiodeskription ausgestrahlt wird. Als ein Ausschnitt aus dem Drama „Epsteins Nacht“ mit Mario Adorf gezeigt wurde, schloss die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Roth , die Augen, um sich in die Lage eines Blinden zu versetzen. „In unserer Gesellschaft müssen wir noch viele Vorurteile und Barrieren überwinden“ - dieser integrative Preis trage auf alle Fälle dazu bei, meinte die Ex-Grünen Chefin. Begeistert über die Auszeichnung war auch Schauspielerin und Jurymitglied Monika Hansen : „Ein solcher Preis schafft größere Toleranz für Behinderungen“. In Amerika und England sei man nicht nur mit der Technik viel weiter, „da wird mit Behinderungen auch anders umgegangen als hier in Deutschland“, sagte Hansen. Weil er so angetan von der Idee der Hörfilme ist, möchte Schirmherr Mario Adorf gerne als Sprecher bei Hörfilmen mitmachen: „Es ist sehr schwierig, Termine in Tonstudios zu bekommen – wegen mir hätte das sonst schon längst geklappt“, sagte er. avd

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben