Filmpremiere : Die harmlosesten Monster der Welt

An dem neuen "Lauras Stern"-Film haben mehrere deutsche Top-Comedians mitgewirkt. Bei der Weltpremiere am Sonntag mit Désirée Nick, Bernhard Hoëcker und Ralf Schmitz zeigten die Stars, wie gut sie ihre Rolle auch im wirklichen Leben spielen.

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Kabarettistin Désirée Nick überragt ihre Kollegen Bernhard Hoëcker (links) und Ralf Schmitz (rechts) auch in ihrer Rolle als herrisches Traummonster Tentakel im Zeichentrickfilm "Lauras Stern und die Traummonster".
Kabarettistin Désirée Nick überragt ihre Kollegen Bernhard Hoëcker (links) und Ralf Schmitz (rechts) auch in ihrer Rolle als...Foto: dpa

Na, das sind doch gute Nachrichten: Désirée Nick ist endlich da, und „sie ist guter Dinge“, betont ihre Sprecherin. Mit einer ordentlichen Verspätung erscheint die für ihre Angriffslust bekannte Kabarettistin zum Interviewtermin anlässlich der Premiere von „Lauras Stern“ im Hyatt- Hotel am Potsdamer Platz. Dabei lässt sie keinen Zweifel an ihrer Rolle aufkommen: „Es gibt in Deutschland niemanden, der die klassische Rolle der Diva so mit Leben füllen kann wie Désirée Nick.“ Wäre das also auch geklärt.

Dass die Besetzung der Traummonster-Clique kein Zufall, sondern Herzenswunsch der Macher war, ist offensichtlich. Die Liste liest sich wie das Lexikon der deutschen Comedy-Szene. Nick leiht in dem Zeichentrickfilm ihre Stimme der herrischen Monsterfrau Tentakel. Unter ihrer Fuchtel stehen die tollpatschigen und dümmlichen Traummonster Fresso (Markus Maria Profitlich), Beule (Maddin Schneider), Stielauge (Bernhard Hoëcker) und der quirlige Lichtfänger (Ralf Schmitz). Die anspruchsvollste Rolle hatte Oliver Kalkofe. Als Chef der Monsterbande und dessen ständigem Begleiter, einer zweiköpfigen Schlange, spricht er mit drei verschiedenen Stimmen – eine Herausforderung, der sich auch Comedian Bernhard Hoëcker gern gestellt hätte. „Grundsätzlich will man als Künstler ja alle Rollen“, sagt er. In seiner Figur Stielauge, dem Kleinsten im Bunde habe er sich dann aber sehr wohlgefühlt.

Zusammen sind sie die wohl harmlosesten Monster in der Filmgeschichte. Und das ist Absicht. In dem Film – inzwischen der dritte Teil der „Lauras Stern“-Serie – geht es zwar um Angst und darum, wie man sie überwindet. Dabei richtet sich der Film aber an das jüngste denkbare Kinopublikum. Das fordert eine besonders sensible Herangehensweise: „Die Krux war, einen Film über Angst zu machen, ohne zu ängstigen“, sagt die Regisseurin Ute von Münchow-Pohl. Herausgekommen sei ein „philosophisches Märchen für Kinder“, schwärmt Désirée Nick.

Im Zentrum der Geschichte steht diesmal Lauras kleiner Bruder Tommy, der ein echter Angsthase ist – es sei denn, er hat seinen Beschütz-mich-Hund dabei. Als die Traummonster den aber entführen, muss Tommy seine Angst allein überwinden. Laura und ihr Stern stehen ihm zur Seite. Gemeinsam reisen sie ins Reich ihrer Träume, wo sie von den Traummonstern bereits erwartet werden.

Gruselige Situationen werden mit viel Fantasie, Klamauk und Musik aufgelöst, die kindliche Unbeschwertheit dominiert. So viel pädagogisches Feingefühl war nicht immer selbstverständlich. Désirée Nick erinnert sich noch lebhaft an die Gruselgeschichten ihrer Großmutter, die zwar überaus fantasievoll, aber aus heutiger Sicht alles andere als kindgerecht waren. „Ich war ein besonders ängstliches Kind“, gesteht Nick. Vor allem vor Fremden hat sie sich gefürchtet. Heute kann man sich das so gar nicht mehr vorstellen. „Man muss eben erst Angst haben, um Mut zu entwickeln“, sagt Nick weise. Das leuchtet ein.

„Lauras Stern und die Traummonster“, läuft ab Donnerstag, 13. Oktober, in den Kinos

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