Filmpremiere : Diva trifft Girlie

Cher und Christina Aguilera feiern die Premiere von „Burlesque“ am Potsdamer Platz. Für Aguilera war es die erste große Filmrolle, für Cher nach mehreren Jahren Pause die Rückkehr vor die Kamera

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Operation geglückt. Cher und Christina Aguilera waren trotz Winterwetters pünktlich in Berlin, um für ihren neuen Film zu werben. Foto: Reuters/Tobias Schwarze
Operation geglückt. Cher und Christina Aguilera waren trotz Winterwetters pünktlich in Berlin, um für ihren neuen Film zu werben....Foto: REUTERS

Die Wahl des richtigen Make-ups ist für eine Frau, nimmt sie es nur gebührend ernst, gewiss keine kleine Sache. Nicht irgendeines, das nur zum Gesicht passt, sollte es sein, sondern doch wohl auch passend zum Anlass wie zur jeweiligen Umgebung. Ein Plakat wie das zu dem Film „Burlesque“, der als Abschluss des Premierenhattricks dieser Woche gestern Abend im Cinestar am Potsdamer Platz gefeiert wurde, stellt da eine Herausforderung dar: Schwarz mit dem Schriftzug in Pink. Welche Farbe des Lidschattens könnte damit konkurrieren?

Verschiedene Antworten sind sicherlich möglich, die von Cher lautete: Keine. Ganz recht, sie hatte sich zu der den Tag eröffnenden Pressekonferenz mittags im Adlon die Lippen mit zartem Rosa bemalt und auch die Lider mit einem Farbton, der dem Plakat-Pink doch sehr nahe kam. Ein knallroter Mund hätte in ihrem sehr blass, geradezu maskenhaft geschminkten Gesicht etwas fremd gewirkt.

Filmpartnerin Christina Aguilera dagegen: Knallrote Lippen, mehr Kajal als Lidschatten, dazu das Haar sehr blond statt sehr schwarz, mit krönendem Haarkranz, nicht ganz so akkurat wie der von Julia Timoschenko, der ukrainischen Politikerin, eher dezent zerzaust, Hollywood statt Kiew eben. An Mitspieler Cam Gigandet fielen immerhin die zerschlissenen Schuhe auf, an Kollegin Kristen Bell eigentlich gar nichts und an Regisseur Steven Antin das Jungenhafte der elegant geschwungenen Haartolle.

Nicht nur optisch war das eine ziemlich bunte Truppe, die sich da im Ballsaal des Adlons eingefunden hatten. Allein die beiden Hauptdamen: Cher sehr erfahren vor der Kamera wie auf der Bühne, Christina Aguilera zwar auch erfolgreich im Musikgeschäft, aber vor der Kamera hatte sie zuvor nur für Videoclips gestanden, Scorseses Konzertfilm „Shine A Light“ mit den Stones, in dem sie einen Kurzauftritt hatte, zählt da auch nicht.

Lange hat sie auf die passende Debütrolle gewartet, die der Provinzschönheit Ali, die aus der Provinz nach Los Angeles geht und einem maroden Theater als erotische Sängerin und Tänzerin zu neuer Blüte verhilft, war ihr geradezu auf den biegsamen Leib geschneidert. Sie komme sich nach der Filmerfahrung wie verwandelt vor, schwärmte sie von den Dreharbeiten und bekannte: „Ich möchte mehr Filme machen.“ In den teilweise sehr luftigen Kostümen muss sie sich sehr wohl gefühlt haben, jedenfalls hat sie das verkündet („Ich liebe es, ein Girlie-Girl zu sein“) und auch gleich mitgeteilt, dass sie schon wieder Drehbücher lese, „Also, Steven, bitte!“ – der Regisseur lacht geschmeichelt. Für Cher, die Popdiva, dagegen war „Burlesque“ eine Rückkehr zum Film, einige Jahre war sie auf der Leinwand nicht zu sehen. Sie sei eben zu beschäftigt gewesen, die Dreharbeiten zu „Mamma mia!“ etwa – man hatte ihr eine Rolle angeboten – überschnitten sich mit einer Tournee. „Burlesque" aber war für mich der perfekte Film, um wieder auf die Leinwand zu kommen.“

Wie üblich beschworen Cher und Christina Aguilera die Harmonie vor der Kamera, und es klang sogar glaubhaft. „Ich bin hier, um dich zu unterstützen“, habe sie der jungen Kollegin, die sie zuvor nie getroffen hatte, vor den Dreharbeiten geschrieben, erzählte Cher. Rivalität, Streitereien, das habe es nicht gegeben. Cher habe sie, so ergänzte die kleine Christina, geradezu „unter ihre Fittiche“ genommen, inklusive echten „Girl-Gesprächen mit Liebe und Beziehungen“.

„Burlesque“ startet in den Kinos am 6. Januar.

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