Filmreihe : Großes Kino auf dem Alex

Die Havemann-Gesellschaft zeigt Tatort-Krimis, den Defa-Klassiker "Karla" sowie Lehr- und Überwachungsfilme der Stasi. Hauptthema der Filmreihe ist die Deutsche Einheit.

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Der Alexanderplatz ist einer der Orte der Deutschen Einheit. Hier geschah so einiges an Geschichte in den Jahren 1989 und ’90. Ab heute Abend will die Robert-Havemann-Gesellschaft an genau diesem Ort Historie auf eine große Leinwand bringen – beim Sommerkino auf dem Alexanderplatz. Bis Sonnabend laufen bei der Weltzeituhr Filme und es gibt Diskussionen dazu: „Wir wollen die Vielfältigkeit der Entwicklungen zur friedlichen Revolution und damit zur Deutschen Einheit zeigen“, sagt Uwe Richter von der Havemann-Gesellschaft.

Die Filmreihe ist eine Begleitveranstaltung zur Open-Air-Ausstellung „Friedliche Revolution 1989/90“ auf dem Alexanderplatz, die ebenfalls von der Havemann-Gesellschaft organisiert wurde.

Gezeigt werden im Geschichtssommerkino unter anderem drei Tatorte, die mit „Einheitsverbrechen“ zu tun haben, wie Richter das nennt – und zwar bei einer „Langen Nacht der Berliner Tatorte“ am Sonnabend parallel zur langen Nacht der Museen: „Tödliche Vergangenheit“ (1991), „Rosenholz“ (2003) und „Berlin – beste Lage“ (1993) sind die Tatort-Titel. Zum Filmgespräch ist Schauspieler Günter Lamprecht eingeladen, der „Hauptkommissar Markowitz“ spielt.

Warum nur die Tatorte aus dem Westen und nicht Polizeiruf 110 aus dem Osten? „Wir wollten Filme, die in Berlin spielen und Polizeiruf 110 findet nun mal in Brandenburg statt“, sagt Richter. Zum Auftakt der Filmwoche wird aber erst einmal schwere Kost serviert: Am Montag wird zum Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes ein Film über das Massaker von Katyn, die Massenhinrichtung von mehr als 22 000 polnischen Offizieren durch den sowjetischen Geheimdienst im Frühjahr 1940, gezeigt.

Am Dienstag wird der in der DDR verbotene Defa-Klassiker „Karla“ (1965) gezeigt, der erst 1990 erstmalig zu sehen war. Am Mittwoch folgt dann ein „Kino der Geheimdienste“ mit Lehr- und Überwachungsfilmen der Stasi. „Und wir zeigen einen ganz furchtbaren Propaganda-Film über ein Kinderferienlager der Stasi von 1977. Da stellt’s einem die Nackenhaare auf“, sagt Richter. Am Donnerstag ist die erste große deutsch-deutsche Koproduktion von DDR und BRD zu sehen: „Frühlingssinfonie“ von 1982 über das Leben von Robert Schumann und Clara Wieck. Vorher gibt es ein Filmgespräch mit Regisseur Peter Schamoni und dem Defa-Chefdramaturgen Rudolf Jürschik. Veranstaltungsbeginn ist jeweils 19.30 Uhr, der Eintritt frei.

Informationen im Internet unter: www.revolution89.de

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