Filmstadt Berlin : Inszeniertes Chaos in Mitte

Am U-Bahnhof Hausvogteiplatz dreht Sky einen Endzeit-Thriller vor bedrohlich wirkender Kulisse. Eine Glosse.

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Achtung, Aufnahme! Zum Glück nur eine Filmkulisse, errichten für Sky.
Achtung, Aufnahme! Zum Glück nur eine Filmkulisse, errichten für Sky.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Erich Kästner hat einmal berichtet, wie er unvermutet in die Dreharbeiten zu „Emil und die Detektive“ hineingeriet, die von ihm erdichteten Figuren ihm plötzlich leibhaftig begegneten, was ihn ziemlich irritiert haben muss. Der Glückliche! Wie harmlos mutet diese kleine Vermischung von Fiktion und Realität gegenüber heute möglichem Durcheinander an, ja, genau genommen sind ihm nur zwei Fantasieebenen, Buch und Film, durcheinandergeraten.
Schon härter prallten Traum und Wirklichkeit aufeinander, als im Februar 2015 auf dem Gendarmenmarkt ein ausgebrannter, offenbar durch eine Explosion zerstörter BVG-Bus herumstand. Aber noch war Passanten schnell klar, das dies nur eine Filmkulisse war, telegenes Terrorszenario für den WDR-Thriller „Unterm Radar“. Man reckte neugierig die Hälse, dabei blieb es.

Das blanke Chaos. Die Gefahr droht diesmal aus dem All.
Das blanke Chaos. Die Gefahr droht diesmal aus dem All.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Doch auch diese relative Unschuld ist dahin. Chaos am U-Bahnhof Hausvogteiplatz? Ein umgestürztes Auto? Schwer bewaffnete Soldaten? „Ach, wie spannend! Dreharbeiten!“ – früher war das wohl der erste Reflex. Heute dagegen: „Oh Gott, nicht schon wieder!“ Dann immerhin das Aufseufzen: „Doch nur eine Filmkulisse!“ Und, wie sich herausstellt, nicht mal eine terroristische. Sky dreht eine Endzeit-Serie. Ein Asteroid bedroht die Erde. Absolut harmlos.

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