• Finaler Blick auf Mictlantecuhtli Am letzten Tag kamen noch einmal Tausende zur Azteken-Schau

Berlin : Finaler Blick auf Mictlantecuhtli Am letzten Tag kamen noch einmal Tausende zur Azteken-Schau

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Alte Steine aus der Neuen Welt – in der Alten Welt sind sie von größtem Interesse. Am Sonntag öffnete die AztekenAusstellung im Martin-Gropius-Bau zum letzten Mal, und die Leute kamen, sahen und drängten. Dass es wieder mehr als 5000 würden wie schon am Sonnabend, da war man sich am Nachmittag ganz sicher. Nachdem der Andrang in der vergangenen Woche trotz der Hitze schon so groß war, hat man die Ausstellung an diesem Wochenende bis jeweils 23 Uhr geöffnet. Insgesamt rechneten die Museumsleute mit deutlich mehr als 130000 Ausstellungsbesuchern. Die Azteken-Schätze waren seit dem 17. Mai in Berlin zu sehen.

Draußen, vor dem Eingang warteten die Leute am Sonntag geduldig in der langen Schlange und freuten sich, dass der Gropius-Bau ihnen Schatten spendete. Innen warteten sie geduldig, wenn sich vor den Vitrinen wiederum eine undurchschaubare Menge angesammelt hatte. Sie drängten sich um die 500 Jahre alte Tonfigur des Mictlantecuhtli, des Herrn des Totenreichs, staunten, dass dem die Leber aus dem Brustkorb hängt, und lernten, dass die Azteken einst die Leber zum Sitz der Seele erklärt hatten. Etliche Bildungsbürger beugten sich über die Vitrine mit dem „Codex Humboldt“, einem breiten Band, auf das die Azteken vor 400 Jahren rätselhafte Zeichen gemalt haben – Forscher haben die tabellenartigen Aufzeichnungen als Tributliste entschlüsselt, eine recht sorgfältige Steuererklärung.

Über 350 Exponate – Skulpturen, Keramiken, Goldschmuck und Bilderhandschriften – waren fast drei Monate lang in Berlin ausgestellt, die meisten von ihnen sind Leihgaben mexikanischer Museen. Etliche waren zum ersten Mal in Europa zu sehen. Vor Berlin war die Ausstellung in London, nun kommt sie in die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn – dort ist sie vom 26. September bis zum 11. Januar zu sehen. dae

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