Finalisten des Mendelssohn-Wettbewerbs : Schubkarren von Mercedes

Mitarbeiter der Mercedes-Benz Bank engagieren sich für ihr Umfeld – ein Beispiel aus dem Wettbewerb um die Mendelssohn-Medaille, die von den Präsidenten der IHK und der Handwerkskammer gestiftet wurde.

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Tom Schneider leitet die Mercedes-Bank Service Center GmbH in Berlin.
Tom Schneider leitet die Mercedes-Bank Service Center GmbH in Berlin.Foto: promo / Daimler AG

In Berlin wächst das gesellschaftliche Engagement von Firmen. Für einige gab es dafür die von Handwerkskammerpräsident Stephan Schwarz und IHK-Chef Eric Schweitzer gestiftete Mendelssohn-Medaille. In loser Folge stellen wir auch Betriebe vor, die in die engere Wahl kamen – als Motivation und Anregung.

Wenn wieder Gartentag ist und Schüler von gegenüber sich das Werkzeug aus dem Keller holen, stehen Tom Schneiders Mitarbeiter an den Fenstern und gucken zu. „Das ist inzwischen ein richtiges Ereignis, dieser Zwergenzug“, sagt der Geschäftsführer der Mercedes-Benz Bank Service Center GmbH in Berlin. Mit Schubkarren und Harken laufen die Schüler der Helene-Haeusler-Schule für geistig behinderte Kinder zurück. Gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Mitarbeitern der Bank jäten sie Unkraut auf dem Schulhof, räumen auf, pflanzen Beete.

Der Berliner Standort der Mercedes-Benz Bank hat rund 800 Mitarbeiter. Als sie 2012 das Haus nahe dem Alexanderplatz bezogen, waren sie angehalten, sich in der Nachbarschaft umzusehen und nach möglichen Einsatzbereichen zu suchen. So entstand auch die Zusammenarbeit mit der Helene-Haeusler-Schule. „Unser Engagement geht weit über das Ausstellen von Schecks hinaus. Uns geht es um die aktive Beteiligung unserer Mitarbeiter“, sagt Tom Schneider. Auch er hat schon Unkraut gerupft. Im Vorjahr gab es mehr als 60 Einsätze. Langfristige Partnerschaften sind das Ziel. Gerade macht eine 14-Jährige aus der Helene-Haeusler-Schule ein Praktikum in der Personalabteilung.

Die Mitarbeiter sollen ihr Umfeld kennenlernen. Schneider sagt: „Wir unterstützen sie in ihrem privaten sozialen Engagement, und der Teamgeist wächst.“ Im Keller ist ein großes Materiallager entstanden, Einrichtungen aus der Umgebung leihen sich dort etwas aus. Vor allem aber spendet die Bank Arbeitszeit. Am jährlichen „Day of Caring“ werden bis zu 120 Mitarbeiter freigestellt. „Mit dieser gebündelten Arbeitskraft sieht man jedes Mal gegen Nachmittag, wie sich ein tolles Ergebnis entwickelt“, sagt der Chef. Zuletzt halfen bei der Arbeit auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee auch Schüler der Evangelischen Schule Berlin Zentrum.

Das firmeninterne Programm „Ideen bewegen!“ regt Beschäftigte zu Vorschlägen an, die mit bis zu 1000 Euro unterstützt werden. „Die Mitarbeiter engagieren sich zum Beispiel für Kitas, Seniorenheime oder Sportvereine“, sagt Schneider. Ihr Fachwissen bringen sie auch beim Finanzbildungsprogramm für Jugendliche des Vereins StreetUniverCity Berlin ein.

Für den nächsten „Day of Caring“ sucht man noch ein geeignetes Projekt. Das Datum steht fest: Für den 1. Juli können sich die Mitarbeiter anmelden. „Oft sind es sogar mehr, als eingesetzt werden können“, sagt Schneider. Die Mitarbeiter wissen es zu schätzen, sich bei einer anderen Art der gemeinsamen Arbeit ganz neu kennenzulernen.


- Mehr Informationen unter www.ihk-berlin.de/fvm und www.hwk-berlin.de/handwerk/ehrenamt/mendelssohn-preis

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